der Tod ein so sicherer Führer zur Glückseligkeit zur Verklärung ist Ich sprach kein Wort Helene hatte mich beruhigt allein die Beruhigung die sie mir eingeflößt hatte einen Beigeschmack von unbeschreiblicher Traurigkeit Ein tiefes Weh durchzuckte mich während sie so sprach aber ich wußte nicht von wannen es kam und als sie nachdem sie zu sprechen aufgehört hatte etwas schwerer Athem holte und kurz abgebrochen hustete vergaß ich für den Augenblick meine eigenen Schmerzen um einer unbestimmten Befürchtung für meine Trösterin Raum zu geben Meinen Kopf auf Helenens Schulter gelegt schlang ich meine Arme um ihren Leib sie zog mich an sich und wir überließen uns einem ruhigen Nachdenken Wir waren noch nicht lange so gesessen als eine dritte Person in die Stube trat Der Winter hatte einige schwere Wolken von der klaren Mondscheibe weggefegt und bei dem Lichte des Nachtgestirnes das durch ein nahes Fenster in aller Fülle auf uns Beide und die nahende Gestalt herniederströmte erkannten wir sofort Miß Temple Ich kam absichtlich Dich aufzusuchen Jane Eyre sagte sie ich bedarf Deiner auf meiner Stube und da Helene Burns gerade bei Dir ist mag sie auch mitkommen Wir gingen der Oberin folgend mußten wir mehre in einander laufende Gänge durchschreiten und eine Treppe erklimmen ehe wir in ihr Gemach gelangten welche ein gutes Feuer enthielt und sehr gemüthlich aussah Miß Temple hieß Helene sich auf einen niederen Armstuhl an der einen Seite des Camins niederlassen und nachdem sie sich gleichfalls gesetzt hatte rief sie mich zu sich Nun ist 's wieder gut frug sie mir ins Gesicht blickend Hast Du deinen Schmerz ausgeweint Das denke ich wird mir wohl nie möglich seyn Wie so Weil ich ungerecht beschuldigt worden bin und Sie Madame und Jedermann wird mich fortan für ein böses Kind halten Wir werden Dich für das halten als was Du Dich uns zeigst mein Kind fahre fort ein braves Mädchen zu seyn und ich bin mit Dir zufrieden Gewiß Miß Temple Ganz gewiß sagte sie mich in ihre Arme schließend Und nun sage mir wer die Dame ist die Mr Brocklehurst deine Wohlthäterin nannte Mrs Reed die Frau meines Onkels Mein Onkel ist todt und hinterließ mich ihrer Obhut Sie nahm Dich also nicht aus eigenem Antriebe an Kindesstatt an Nein Madame vielmehr war es ihr sehr unlieb daß sie es thun mußte aber mein Onkel forderte ihr wie ich die Dienerschaft oft erzählen hörte das feierliche Versprechen ab mich stets auch nach seinem Tode bei sich behalten zu wollen Nun gut Jane Du weißt oder ich will Dir es wenigstens sagen daß wenn ein Verbrecher beschuldigt wird es ihm jedesmal frei steht sich zu vertheidigen Man hat Dich der Falschheit und der Lüge beschuldigt vertheidige Dich bei mir so gut Du kannst Sage Alles was Dir dein Gedächtniß als wahr eingibt aber füge nichts hinzu und übertreibe nichts In der Tiefe meines Herzens beschloß ich mich zu mäßigen und nur die reine Wahrheit zu sagen und nachdem ich einige Minuten nachgedacht hatte um meine Gedanken