vergilt Meine Erzählung nähert sich ihrem Ende noch ein Wort über meine Ehe und über einige Personen die im Verlaufe derselben handelnd auftraten Ich bin nun schon zehn Jahre verheirathet und weiß was es heißt nur für dasjenige Wesen zu leben das Einem hier auf Erden das Theuerste ist Nie war wohl ein Weib so glücklich wie ich nie lebte es so angenehm denn ich bin der Gesellschaft meines Eduard noch keine Minute überdrüssig geworden eben so wenig als er der meinigen Mr Rochester blieb nur die ersten zwei Jahre unserer Ehe blind vielleicht war es gerade der Umstand der uns so sehr an einander fesselte denn ich war sein Auge wie ich noch jetzt seine rechte Hand bin Durch meine Augen sah er die Natur und nie wurde ich es müde für ihn zu schauen ihm Landschaften Bäume und Blumen zu beschreiben Eines Morgens am Ende der zwei Jahre als ich einen Brief schrieb den er mir dictirte bog er sich zu mir und sagte ‘Hast Du nicht einen glänzenden Schmuck am Halse liebe Jane ’ Ich hatte eine goldene Uhrkette umhängen und bejahte seine Frage ‘Hast Du nicht ein blaßblaues Kleid an ’ Es war wirklich der Fall Er erklärte mir dann seit einiger Zeit komme es ihm vor als schwinde der Nebel ver seinen Augen und nun sey er dessen gewiß Ich reiste mit ihm nach London wo er unter den Händen eines geschickten Augenarztes wenigstens auf dem einen Auge sein Gesicht wieder erlangte Er kann wohl noch immer nicht ganz deutlich sehen auch nicht viel lesen und schreiben aber der Anblick der Natur ist ihm doch gestattet und er kann ohne fremde Hilfe herumgehen und als ihm sein Erstgeborner in die Arme gelegt wurde unterschied er daß er dieselben schwarzen glänzenden Augen besitze die einst den Vater zierten Auch bei dieser Gelegenheit dankte er Gott für seine Güte und Barmherzigkeit Mein Eduard und ich sind um so glücklicher da auch unsere Lieben es im vollsten Maße sind Diana und Mary Rivers sind beide vermält und besuchen uns abwechselnd Diana 's Mann ist Capitän in der Flotte ein tapferer Offizier und ein guter Mann Mary ist die Frau eines Geistlichen eines Schulfreundes ihrer Bruders und seinen Grundsätzen wie seiner Gemüthsbeschaffenheit nach eines solchen Weibes würdig Sowohl Capitän Fitzjames als Mr Wharton lieben ihre Weiber und werden von ihnen geliebt Was St John anbelangt so ging er in der That Indien wo er die sich selbst vorgezeichnete Bahn allem Eifer verfolgt Mit Kraft und Gottesfurcht Selbstverläugnung arbeitet er an der Bekehrung seinrd Nächsten und bekämpft alle Hindernisse des Glaubens des Kastengeistes mit riesiger Anstrengung Er mag noch immer rauh noch immer ehrgeizig seyn aber seine Rauheit ist diejenige des Kriegers Was er von seinem Mitmenschen beansprucht ist in den Worten Jesu zusammengefaßt der da sagt ‘Wer immer einer von meinen Jüngern seyn will der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.’ Sein Ehrgeiz strebt nach einem Platze unter denjenigen die sich von der Erde losgesagt haben