malte ich so gelind als möglich aus um ihm nicht durch die wahre Schilderung meiner Entbehrung einen unnützen Schmerz zu bereiten schon das Wenige was ich ihm mittheilte reichte hin sein treues Herz zu zerfleischen Ich hätte ihn nicht so ganz entblößt ven Allem verlassen ich hätte ihm vertrauen sollen meinte er Er würde mich nie dazu gezwungen haben seine Maitresse zu werden und so heftig und leidenschaftlich er auch damals ausgesehen habe so wäre ja auch seine Liebe zu mir viel zu groß gewesen als daß er daran gedacht hätte sich zu meinem Tyrannen aufwerfen zu wollen Lieber würde er mir sein halbes Vermögen geschenkt haben ohne dafür auch nur einen Kuß zu verlangen ehe er es zugegeben hätte daß ich mich freund und hilflos in die weite Welt hinaus stürzte Gewiß waren meine Leiden viel größer gewesen als ich es Wort haben wollte Wohl antwortete ich » mögen nun meine Leiten wie imm er geartet gewesen seyn sie waren jedenfalls von kurzer Da uer Dann beschrieb ich ihm meine Aufnahme im Moorhause meine Anstellung als Schulmeisterin u s w z Die Erbschaft die Entreckung meiner Verwanrtschaft mit der Familie Rivers kamen dann an die Reihe Natürlich mußte ich St John Rivers im Verlaufe meiner Erzählung häufig erwähnen Als ich geendigt hatte faßte er diesen Namen sofort auf Sie Dieser St John ist also Ihr Vetter Ja Sie haben seinen Namen oft genannt liebten ihn Er war ein sehr guter Mann Sir und ich konnte ihm natürlich nicht gram seyn Ein guter Mann Soll das einen achtungswerthen gesetzten Fünfziger bereuten St John war erst neunundzwanzig Jahre alt eeune eneore wie die Franzosen sagen Ist er klein häßlich und schläfrigen Temperaments Eine Person deren Güte mehr in dem Abgange von Lastern als in dem Vorhandenseyn von Tugenden besteht Er ist unablässig wirksam und lebt nur der Vollführung großer hochstrebend er Thaten Aber sein Geist ist etwas schwach Er meint es wohl gut aber Sie zucken die Achseln wenn er spricht Er spricht wenig Sir allein was er spricht ist stets treffend Sein Geist ist meiner Meinung nach außerordentlich nicht empfänglich aber ungemein stark Er ist also ein geschickter Mann Im wahren Sinne des Wortes Durch und durch gebildet St John ist ein vollendeter Gelehrter Seine Manieren behagten Ih nen nicht wie ich glaube sie waren etwas pfäffisch und frömmelnd So viel ich weiß erwähnte ich seiner Manieren nicht Ich müßte aber einen sehr schlechten Geschmack haben wenn sie mir nicht behagten sie sind artig ruhig ganz die eines Mannes von Welt Sein Aeußeres ich vergaß ganz wie Sie ihn beschrieben jedenfalls ein ungeschlachter Dorfpfarrer der in seinem weißen Halstuche halb erstickt und in seinen dickbesohlten Kappenstiefeln wie auf Stelzen einhergeht Nicht wahr St John kleidet sich geschmackvoll Er ist ein schöner sch lanker Mann mit eineu griechischen Profil Beiseite s Der Teufel hole ihn ßöu mir gewen det s Waren Sie ihm gut aWohl Mr Rochester Sie stellten mir schon einmal dieselbe Frage Wohl verstand ich wohin Mr Rochester mit