seine Gesichtszüge waren weder verändert noch eingesunken der Zeitraum eines Jahres konnte mit all seinen Sorgen seine Riesenkraft nicht beugen Nur im Aus drucke seines Gesichtes bemerkte ich eine Veränderung es zeigte Svuren von Verzweiflung und Tiefsinn wie man sie an einem eingekerkerten wilden Thiere zu bemerken pflegt dem man sich in seinem tiefen Weh nicht ohne Gefahr nähern Hand die goldgeränderten Augen ausgestochen hat dem Beschauer erscheinen wie sich dieser blinde Samson meinen kann So mag der gefesselte Adler dem eine grausame Blicken darbot Noch wollte ich ihn nicht ansprechen Er stieg die Stufe herunter und näherte sich langsam und mit den Händen herum tappend dem GrasPlatze Wo war sein sonst so kräftiger Gang Dann blieb er stehen als wüßte er nicht welchen Weg er einzuschlagen habe Seinen verstümmelten linken Arm hatte er im Rocke stecken mit s dem rechten langte er furchtsam um sich daß man sah tiefe Nacht bedecke seine Augen John trat in diesem Augenblicke aus dem Hause und ging auf ihn zu Wollen Sie meinen Arm nehmen Sir sagte er s Ein heftiger Regenguß ist im Anzuge wäre es nicht bes ser Sie gingen ins Haus zurück Laß mich gehen erhielt er zur Antwort John zog sich zurück ohne mich bemerkt zu haben Mr Rochester versuchte es nun herumzugehen doch umsonst sein Tritt war zu unsicher Er tappte dem Hause zu trat hinein und schloß die Thüre Nun näherte ich mich der letzteren und klopfte an John 's Weib öffnete mir Wie geht 's Mary frug ich sie Sie suhr zurück als wäre ich ein Gespenst ich be ruhigte sie nahm sie bei der Hand und folgte ihr in die Küche wo bereits John am Feuer saß Ich erklärte den Beiden mit wenigen Worten daß ich bereits Alles über den Untergang von Th ornfield wisse und nun gekommen sey Mr Rochester zu besuchen Ich bat John zum Mauthause hinunter zu gehen wo ich meinen Koffer zurückgelassen hatte und indem ich meinen Shawl und meinen Hut abnahm erkundigte ich mich bei seinem Weibe ob ich die Nacht im Hause zubringen könnte In Erfahrung bringend daß es zwar schwer doch nicht unmöglich sey beschloß ich zu blei ben und theilte Mary eben meinen Entschluß mit als die Klingel des Sprachzimmers ertönte Wenn Sie hineingehen sagte ich » so benachrichti gen Sie Ihren Gebieter daß ihn Jemand zu sprechen wünscht doch nennen Sie mich ja nicht Ich glaube kaum daß er Sie vorläßt erwiederte sie zer weist Jedermann ab habe Als sie wieder zurückkam frug ich sie was er gesagt Sie sollen ihm Ihren Namen und Ihr Anliegen sagen lassen versetzte sie Sie füllte dann ein Glas mit Wasser und stellte es auf einen Eredenzteller nebst zwei Kerzen Ist dies dasjenige was er verlangt frug ich Ja er läßt sich jeden Abend Licht bringen obgleich er blind ist Geben Sie mir den Teller her ich will ihn hinein tragen Sie reichte mir ihn und wies mir die Thüre zum Sprachzimmer Die Hände zitterten mir und das Wasser floß