die Oberhand Ich hatte eine aufrichtige innige Verehrung für die Talente und Grundsätze meines Vetters Seine Freundschaft war mir äußerst schätzbar und es hätte mich mit Schmerz erfüllt sie gänzlich zu verlieren Ich wollte daher den Versuch sie wieder zu erlangen nicht sofort aufgeben Sollen wir uns auf diese Weise trennen St John Und wenn Sie nach Indien gehen wollen Sie mich so kalt mit keiuem freundlicheren Worte verlassen als die jenigen waren die Sie eben ausgesprochen Er wandte sich nun ganz vom Monde ab und sah mir gerade ins Gesicht aVerlasse ich Sie denn wenn ich nach Indien gehe Wollen Sie nicht mitgehen Sie sagten ja es wäre nicht m öglich außer ich heirathe Sie und das wollen Sie nicht Beharren Sie auf Ih rem Entschlusse Hast Du es je erfahren lieber Leser welchen Schre cen kalte herzlose Leute durch ihre eisigen Eragen ein fößen können Wie ihr Unwillen einer Lawine gleich heranwallt ihr Mißvergnügen dem Aufbrechen der zuge frornen See gleicht Ich will Sie nicht heirathen St John und ändere meinen Entschluß durchaus nicht Die Lawine war erschüttert und bewegte sich nach vor wärts aber noch rollte sie nicht ven Abhang hinunter sich Ich frage Sie noch einmal warum weigern Sie IAnfangs weigerte ich mich deshalb weil Sie mich nicht liebten und in diesem Augenblicke weise ich Ihren Antrag zurück weil Sie mich nahezu hassen Wenn ich Sie zum Manne nähme würden Sie mich töten Denn schon jetzt bringen Sie mich langsam um weiß Seine Lippen seine Wangen wurden weiß schnee Ich würde Sie törten ich bringe Sie um Sie gebrauchen Ausrrücke die nicht für Sie passen weil sie unweiblich leidenschaftlich und unwahr sind Ihre Reren verrath en inen bedauernswerth en Gemüith s ustand und verdienen eine strenge Ahndung Fast sind Sie nicht zu entschuldigen allein es ist eine heilige Pflicht seinem Nächsten zu vergeben und wäre es auch zum siebenundsieb zigsten Male Ich war nun fertig Während ich den ernstlichen Wunsch hegte das Andenken an eine frühere Beleidigung aus sei nem Gevächtniß zu verwischen hatte ich dem hartnäckigen Gemüth eine neue noch weit empfint lichere Unbill zuge fügt die ihm tief in die Seele brannte Nun hassen Sie mich ganz gewiß sagte ich Es ist nutzlos einen weiteren Versuch zur Versöhnung zu na gen ich sehe daß ich Sie mir auf ewig zum Feinde ge macht habe Diese Worte brachten ihm eine neue und um so empfind lichere Wunde bei als sie der Wahrheit nahe kamen Die blassen Lippen erzitterten in einem augenblicklichen Kampfe ich kannte die Stärke der Leidenschaftlichkeit die ich geweckt hatte und bitteres Leid erfüllte mein Herz Sie legen meine Worte ganz falsch aus sagte ich seine Hand erfassend »ich habe durchaus nicht die Absicht Sie zu verletzen Ihnen wehe zu thun gewiß nicht Er lächelte bitter und entzog mir seine Hand Uno Sie nehmen nun Ihr Wort zurück und gehen ganz und gar nicht nach Indien mit sagte er nach einer beträchtlichen Pause Als Ihre Gehilfin will ich Sie gern begleiten Ein langes