Sie Ihr Buch auf eine Weile weg und kommen Sie zum Feuer sagte er Aus einem Erstaunen in das andere verfallend gehorchte ich »Vor einer halben Stunde hob er an » sprach ich von meiner Ungeduld die Fortsetzung einer gewissen Erzählung zu hören bei reiflicher Erwägung fand ich es indeßen für besser selbst die Rolle des Erzählers zu übernehmen und Ihnen diejenige meiner Zuhörerin zuzuweisen Bevor ich beginne muß ich Ihnen bemerken daß Ihnen die Geschichte etwas abgedroschen vorkommen wird allein vie bekanntesten Einzelnheiten erhalten sehr oft dadurch ein neues Interesse daß man sie aus einem andern Munde vernimmt Uebrigens ist die Erzählung ob neu ob bekannt ganz kurz äVor etwa zwanzig Jahren verliebte sich ein armer Prediger sein Name thut hier nichts zur Sache in die Tochter eines reichen Mannes auch sie liebte und heirathete ihn gegen den Willen ihrer Familie die sie auch demzufolge sofort nach der Trauung verstieß Ehe zwei Jahre vergingen starben Beide und wurden unter Einem Grabhügel beerdigt Ich habe ihr Grab gesehen es bildete einen Theil des Pflasters im Kirchhofe der alten rußigen Kathedrale der übervölkerten Fabriksstadt PFF Sie hinterlie en eine Tochter die gleich nach ihrer Geburt fremde Mildthätigkeit in ihren eisigen Schooß aufnahm und in das Haus eines reichen Verwandten von mütterlicher Seite trug wo das arme Kind von einer Stieftante Mrs Reed von Gateshead ich will nun auch die Namen nennen auferzogen wurde Sie erschrecken Sie hörten wohl irgend ein Geräusch Es wird nur eine Maus seyn die im Spar s renwerk des Schulzimmers herumläuft Das Gebäude war ehe ich es herrichten ließ eine Scheune und in solchen pflegen sich gewöhnlich Mäuse aufzuhalten Doch fahren wir in unserer Erzählung fort Mrs Reed behielt die Waise zehn Jahre bei sich ob sich riese letztere bei ihr glüg lich fühlte oder nicht das kann ich nicht sagen allein gm Ende dieses Zeitraumes schickte sie das Mächen in die Schule von Lowood wo Sie selbst so lange Zeit lebten Sie scheint sich dort sehr brav aufgeführt zu haben und stieg s von einer Schülerin zu dem Amte einer Lehrerin empor ganz so wie Sie die Aehnlichkeit zwischen Ihrer Lebensgeschichte und derjenigen des armen Waisenmädchens fällt mir jetzt wirklich auf und verließ die Schule um gleich Ihnen als Erzieherin einzutreten und zwar bei der Pflegebefohlenen eines gewissen Mr Rochester Mr Rivers unterbrach ich ihn Ich errathe Ihre Gefühle versetzte er »bitte Sie jedoch dieselben für eine Weile im Jaume zu halten und mich bis ans Ende das nicht mehr fern ist ruhig anzuhören Ueber Mr Rochester 's Charakter weiß ich nichts zu sagen nur die Eine Thatsache ist mir bekannt daß er um die Hand des Mädchens in allem Ernste anhielt und daß sie am Altare die Entdeckung machte er sey bereits vermält und seine Frau wiewohl wahnsinnig noch am Le ben Sein weiteres Betragen und die weiteren Anträge die er dem Mädchen stellte lassen sich blos vermuthen als jedoch ein Ereigniß eintrat welches es nothwendig m achte über diese Erzieherin Erkundigungen einzuziehen zeigte es