Staatskleid mit welchem die Christenheit die menschliche Fehlerhaftigkeit beveckt wie gesagt ein kalter hartherziger ehrgeiziger Mensch Von allen Gefühlen hat blos die natürliche Zuneigung eine immerwährende Macht über mich Sonst ist der Verstand und nicht das Gefühl mein Führer mein Ehrgeiz ist unbegrenzt mein Wunsch höher zu steigen mehr als Andere zu thun unersüttlich Ich ehre den Fleiß die Ausdauer das Talent weil dies die Mittel sind mit welchen die Menschen große Zwecke errei chen und sich zu schwindelnder Höhe erheben können Ich verfolge Ihren Lebenslauf mit Interesse da ich in Ihnen das Musterbild eines fleißigen ordnungsliebenden energischen Weibes erkannt habe und nicht etwa deshalb weil ich Sie Ihrer Leiden wegen bemitleide Sie möchten sich gerne für einen heidnischen Philo sophen ausgeben sagte ich Keineswegs Zwischen mir und jenen Philosophen besteht der Unterschied daß ich glaube und zwar an das Evangelium glaube Sie wandten ein unrechtes Beiwort an Ich bin kein heidnischer sondern ein christlicher Philo soph ein Nachfolger der Seete Jesu Als sein Schüler be folge ich seine reinen Lehren der Barmherzigkeit des Wohl wollens ich vertheidige sie und habe geschworen sie zu ver breiten Von Jugend der Religion anhänglich hat sie meine natürliche Eigenschaft folgendermaßen ausgebildet Den zarten Keim natürlicher Zuneigung zog sie zum Alles über schattenden Baume allgemeiner Menschenliebe heran Aus der wildwachsenden zähen Wurzel menschlichen Rechtsge fühles entwickelte sie eine richtige Ansicht von der göttlichen Gerechtigkeit Den Ehrgeiz Macht und Ruhm für mein gebrechliches Selbst zu erlangen verwandelte sie in das un ermeßliche Streben das Reich meines Meisters und Herrn zu erweitern und das Zeichen des Kreuzes zum Siege zu füh ren Das hat die Religion für mich gethan indem sie den vorhandenen Stoff zu meinem Besten verwendete m eine natürlichen Anlagen beschnitt und zügelte Allein ganz aus rotten konnte sie diese letzteren nicht und es wird dies auch nicht eher möglich seyn bis diese sterbliche Hülle füllt und die Seele dem Reiche der Geister wiedergegeben wird Mit seiner Rede zu Ende gekommen nahm er seinen Hut der auf dem Tische neben der Palette lag Sie ist ein liebliches Geschöpf flüsterte er leise vor sich hin z und verdient wohl den Namen der Rose der Welt Soll ich Ihnen Ihr Ebenbild malen Bu was Nein Er bedeckte das Porträt mit dem dünnen Blatte Pa pier worauf ich beim Malen meine Hand zu legen pflegte um die Zeichnung nicht zu verwischen Was er miteinem Male auf diesem weißen Blatte erblickte das konnte ich mir unmöglich denken allein irgend etwas mußte ihm aufge fallen seyn Denn er hob es rasch empor besah sich den Rand und warf mir einen ganz eigenthümlichen unbegreif lichen Blick zu einen Blick der meine ganze Gestalt mein Gesicht meine Kleidung schnell wie der Blitz zu mustern schien Seine Lippen öffneten sich wie zum Sprechen aber er unterdrückte die Worte die eben hervorbrechen wollten IWas ist 's frug ich ihn Ganz und gar nichts gab er zur Antwort und ich sah wie er beim Niederlegen des Papieres sehr geschickt ein kleines Stückchen vom Rande