John »Sie nst gewiß irgend eine junge Dame die in Folge eines Mißverständnisses ihrer Familie davon ging Vielleicht gelingt es uns sie der letzteren wieder zu geben falls sie nicht stützig ist allein der Ausrruck ihrer Gesichtszüge zeigt sehr viel Charakterstärke an was mich an ihre Fügsamkeit einigermaßen zweifeln läßt Er betrachtete mich durch einige Mi nuten und fügte dann hinzu Sie sieht sehr geistreich doch nichts weniger als schön aus Sie ist ja krank St John Alles eins krank oder gesund kann sie doch nie hübsch seyn Die Gra ie und die Harmonie der Schönheit gehen diesem Gesichte gänzlich ab Am dritten Tage befand ich mich besser am vierten konnte ich sprechen mich bewegen im Bette aufstehen Hannah brachte mir wohl um die Mittagszeit etwas Hafergrütze und geröstetes Brot Ich aß mit Appetit nicht mehr mit jenem krankhaften Heißhunger und fühlte mich so kräftig daß der Trieb nach Bewegung und Thätigkeit in mir rege wurde Gerne wäre ich aufgestanden doch was sollte ich anziehen Meine Kleider waren in einem Zustande der es mir unmöglich machte in denselben vor s meinen Wohlthätern zu erscheinen Diese Demüthigung wurde mir erspart Auf einem Stuhle neben meinem Bette lagen meine sämmtlichen Kleidungsstücke sauber und trocken die Schuhe blank gewichst das schwarze Seidenkleid gewaschen und geplättet Ein Waschtisch nebenan enthielt alles Nöthige zum Waschen und Frisiren Nicht ohne Schwierigkeit und nicht ohne von Zeit zu Zeit abzusetzen gelang es mir mich anzukleiden Mit Hilfe des Geländers kroch ich dann eine steinerne Treppe hinab schritt durch einen schmalen niedrigen Gang und befand mich alsbald in der Küche Sie roch nach frischem Brote und gewährte mir die Wohlthat eines freundlichen Feuers Hannah war mit Brotbacken beschäftigt Vorurtheile sind aus dem Herzen ungebildeter Leute sehr schwer auszurotten sie wuchern wie Unkraut zwischen Gestein üppig in die Höhe Hannah war anfänglich kalt und steif gegen mich gewesen in letzter Zeit hatte sie mir etwas mehr Freundlichkeit gezeigt und als ich nun sauber und gut gekleidet in die Küche trat lächelte sie mir sogar entgegen Wie Sie sind schon aufgestanden sagte sie Sie und also gesund Setzen Sie sich auf meinen Stuhl am Herde nieder Sie zeigte nach dem Schlafsessel ich nahm darauf Platz Die alte Magd wirthschaftete emsig herum und sah mich dabei von Zeit zu Zeit von der Seite an Einige Brotlaibe aus dem Backofen herausnehmend wandte sie ßich vlötzlich zu mir und frug mich barsch Gingen Sie schon früher einmal betteln bevor Sie u uns kamen Ich wurde böse doch erinnerte ich mich noch bei Zei ten daß hier von Unwillen keine Reve seyn könne und daß ich vor ihr in der That als Bettlerin erschienen war Ich antwortete daher ganz ruhig doch nicht ohne scharfe Be tonung Sie haben Unrecht mich für eine Bettlerin zu halten Ich bin keine Bettlerin eben so wenig als Sie selbst over Ihre jungen Gebieterinnen Nach einer Pause versetzte sie Das versteh ich nicht Sie scheinen ja weder eine Heimat noch Batzen zu haben IDer Mangel einer Heimat oder der