elend zu und meine Ruhe wurde mehr als einmal durch Vorübergehende unterbrochen so daß ich mein Lager einigemal wech seln mußte eberdies war der Boden feucht die Nachtluft kalt und gegen Morgen regnete es ziemlich stark Der ganze darauffolgende Tag war regnerisch Er verging wie der vorhergehende ich suchte Arbeit und wurde abgewiesen ich hungerte und nur ein einziges Mal kam Nahrung über meine Lippen An der Thüre einer Hütte sah ich ein kleines Mädchen das gerade im Begriffe stand eine Schüssel kalten Breies in einen Schweinetrog zu schütten Willst Du mir das geben frug ich Das Kind starrte mich an Mutter rief es ein Frauenzimmer ist hier und will von mir diesen Brei haben ''Wohl Kind antwortete eine Stimme in der Stube ''gib ihr ihn wenn es eine Bettlerin ist Die Schweinchen brauchen ihn so nicht Das Mär chen leerte den dick und zäh gewordenen In halt der Schüssel in meine Hände aus und ich verschlang ihn mit Heißhunger Beim Herannahen der Dämmerung hielt ich auf einem einsamen Rußpfade an den ich bereits über eine Stunde verfolgte Meine Kräfte sin erschöpft sagte ich zu mir selbst sIch fühle es daß ich nicht mehr weiter kann Soll ich diese Nacht wieder im Freien zubringen mich im strömenden Re gen auf den nassen Boden legen Ich muß wohl denn wer wird mich beherbergen Es wird eine qualvolle Nacht wer den und wohl bin ich noch ehe der Morgen graut todt Aber warum kann ich mich mit dem Gedanken an einen bal digen Tor nicht aussöhnen Warum strenge ich mich an ein werthloses Leben zu verlängern zu erhalten Wohl nur darum weil ich weiß od er vielmehr glaube auch Mr Rochester sey noch unter den Lebenden und weil die Natur des Menschen vor der Möglichkeit zurückschreckt durch Hunger und Kälte zu Grunde zu gehen Gütiger Himmel erhalte mich noch eine Zeit lang untersiütze führe mich Mein gläserner Blick glitt über die feuchte neblige Landschaft hin Ich sah daß ich mich vom Dorfe weit entfernt hatte es war unsichtbar geworden und selbst von den dazu gehorigen Feldern war nur wenig zu bemterken Auf verschiedenen Seitenwegen war ich dem Sumpflande nahe gekommen Lieber will ich da unten sterben dachte ich «als in der Gasse des Dorfes oder auf einer besuchten Straße Bes ser die Raben verzehren meinen Leichnam als daß er in einen Sarg aus dem Arbeitshause gezwängt wird und in einem Armengrabe verm odert Ich ging auf den Hügel zu der sich hinter dem Sumpflande erhob Ich erreichte ihn und durfte nur noch eine Höhlung suchen wo ich wenn auch nicht sicher so doch verborgen war aber die ganze Gegend ringsum war eben wie ein Tisch Mein Auge schweifte noch über dem wüsten Haidelande hin und her als plötzlich auf einem der dunkelsten Punkte ganz in der Ferne ein Lichtschein sichtbar wurde Ein Irrlicht war mein erster Gedanke und ich erwartete den Schein verschwinden zu sehen Doch er hielt an und glänzte ruhig fort ohne auch nur im geringsten seinen Standpunkt zu verändern