mich legen und Ruhe suchen Ich gitg geraden Weges auf die Haide los hielt mich längs eines Abhanges der sich am dunkeln Sumpfe hinzeg watete bis an die Knie in dem dichten Haidekraute und fand end lich einen bemo osten Granitstein unter dem ich mich niedersetzte Die hervorragende Steinplatta schützte mein Vaupt rings um mich sah ich nur Himmel und Haideland Eine geraume Zeit verging bevor ich mich selbst i diesem abgelegenen Winkel der Erde sicher fühlte eine leise Furcht befiel mich es möchte wildes Vieh in der Nähe seyn ein Jäger oder ein Wilddieb herankommen und mei ner ansichtig werden Wenn der Wind über die Einöde strich sah ich empor ob es nicht das Schnauben eines Stieres oder Pferres sey wenn ein Kibitz pfiff dachte ich es sey ein Mensch Meine Befürchtungen ungegründet fin dend und durch die in der ganzen Gegend herrschende tiefe Stille beruhigt faßte ich Muth und Vertrauen Bis nun atte ich vor lauter Horchen keine Zeit zum Nachdenken RcA Was sollte ich nun beginnen Wohin sollte ich gehen Beides qualvolle Fragen da ich nichts thun nirgends hin gehen konnte da noch ein unermeßlicher Weg von meinen schwachen üßen durchschritten werden mußte bevor ich zu einer menschlichen Wohnung kam Und dann mußte ich erst eine Unterkunft erbetteln mich zudringlich schelten hundert mal abweisen lassen ehe ich eine gutmüthige Seele fand die meiner Erzählung Glauben schenkte m ir unter die Arme griff Ich legte mich auf das Haidekraut nieder es war tro cken und noch warm von der Sonnenhitze Ich blickte zum Himmel empor er war heiter und ein freundlich er Stern erglänzte gerade über mir Der Thau fiel doch weder stark noch kalt kein Lüftchen regte sich Die Natur schien mir wohlzuwollen und geneigt zu seyn und ich die ich mich von Seite der Menschen nur auf Mißtrauen Jurückw eisungen und üble Behandlung gefaßt machen konnte sch miegte mich mit kindlicher Zärtlichkeit an sie Diese Nacht wenigstens wollte ich ihr Gast seyn wie ich schon ihr Kind wars meine Mutter beherbergte mich umsonst ohne Anspruch auf Gewinn Noch besaß ich einen Bissen Brot den Ueber rest eines kleinen Laibes den ich mir für einen zufällig in meiner Tasche gefundenen Penny unterwegs gekauft hatte Dieses Mahl stillte wohl meinen Hunger nicht ganz doch war es besser als nichts Mit dem Essen zu Ende gekom men sagte ich mein Abendgebet her und legte mich dann schlafen Ich faltete meinen Shawl doppelt zusammen und brei tete ihn über mich statt einer Decke aus ein niedriger mit Moos bewachsener Stein war mein Kopfkissen Auf diese Weise konnte mir wenigstens nicht gleich anfangs die Kühle der Nacht etwas anhaben Mein Schlaf wäre ein ruhiger gewesen hätten mich die klaffenden Wunden meines Herzens nicht so sehr geschmerzt Es zitterte für Mr Rochester und seine Zukunft es beweinte sein trauriges Schicksal mit blutigen Thränen es schlug ihm mit sehnsüchtigem Verlangen entgegen und ohnmächtig wie ein Vogel dessen Flügel gebrochen bewegte es noch immer seine zerschmetterten Schwingen zu nutzlosen Versuchen dem Geliebten entgegen zu