ich sie nicht ohne das innigste Bedauern hinter der dunklen Hecke verschwinden sehen Ich hörte Sie am selben Abend nach Hause kommen Vane obwohl Sie kaum daran dachten daß ich mich mit Ihnen beschäftige Sie beobachte Tags darauf sah ich Ihnen ohne selbst bemerkt werden zu können durch eine halbe Stunde zu wie Sie mit Adelen auf der Gallerie spielten Es schneite den Tag über zu arg und Sie konnten nicht ausgehen Ich war auf meiner Stube die Thüre stand halb offen und ich konnte Sie sehen und hören Adele nahm Ihre Aufmerksamkeit in Anspruch dennoch glaubte ich zu bemerken daß Ihre Gedanken anderwärts beschäftigt waren Dessenungeachtet hatten Sie Geduld mit dem Kinde und unterhielten es eine gute Weile Als es endlich davonlief verfielen Sie plötzlich in ein tiefes Sinnen und gingen die Gallerie langsam auf und nieder Dann und wann an einem Fenster angelangt sahen Sie nach dem dicht fallen den Schnee hinaus lauschten dem Heulen des Windes und setzten dann Ihren Weg und Ihre Träumerei wieder fort Ich glaube diese Träume hatten keine düstere Färbung denn ein freundliches Licht strahlte aus Ihren Augen und Ihr Gesicht war sanft geröthet Ihr Blick zeigte die süße Schwärmerei eines jugendlichen Gemüthes an das auf den raschen Schwingen der Hoffnung zu einem idealen Himmel emporsteigt Mrs Fairfax 's Stimme die mit einem Dienstmädchen sprach weckte Sie und ein wunderbares Lächeln wohl Ihren eigenen Halbträumen geltend glitt über ihr Antliz Es lag ein tiefer Sinn in diesem Lächeln es schien der eigenen Zerstreuung zu spotten und zu sagen Meine Träume sind sehr schön allein ich darf nicht vergessen daß sie eben nichts mehr als Träume sind In meinem Geiste stellte ich mir einen rosigen Himmel und ein blumiges Eden vor doch weiß ich recht gut daß in der Wirklichkeit ein rauher dornenvoller Pfad vor mir liegt Sie liefen die Treppe hinunter und baten Mrs Fairfax um irgend eine Beschäftigung ich denke es handelte sich um die wöchentliche Wirthschaftsrechnung oder so etwas dergleichen Ich war böse über Sie daß Sie mir entwischten Mit wahrer Ungeduld erwartete ich den Abend um Sie zu mir kommen zu lassen Ich vermuthete Ihr Charakter müsse ein ungewöhnlicher ein für mich ganz neuer en und der Wunsch stieg in mir auf ihn zu studieren und besser kennen zu lernen Sie traten mit sch euer und doch von Selbstbewußtseyn zeugender Miene ins Gemach Sie waren fuber doch einfach gerade so wie jetzt angezogen Ich brachte Sie zum Sprechen und bald erkannte ich in Ih nen das Vorhandenseyn ungewöhnlicher Gegensätze Ihre Manieben waren durch eine strenge Schulerziehung in steife Rormen gezwängt worden Ihr Betragen meist unsicher doch zu gleicher Zeit Ihren natürlichen Seelenadel enthül lend wenn auch die äußere Politur wie sie die vornehme Welt verlangt fehlte Sie waren augenscheinlich ängstlich bemüht jedem nachtheiligen Eindrucke jedem Mißgriffe v orzubeugen und doch wenn man Sie ansprach ließen Sie ungescheut den scharfen kühnen strahlenden Blick Ihres Auges auf dem Antlitze des Sprechers ruhen Und ein jeder dieser Blicke drang durch Mark und Bein