von London kommen lassen Ich lächelte als ich ihn auseinanderlegte und dachte darüber nach wie ich Sie wegen Ihres aristokratischen Geschmackes und Ihrer Bemühung Ihre plebejische Braut als eine Gräfin zu maskiren ausschmählen wollte Ich dachte daran wie ich Ihnen meinen eigenen einfachen Schleier ohne Spitzenbesetz vorlegen und Sie fragen wollte ob nicht ein solcher Kopfputz für ein Mädchen gut genug sey das ihrem Gatten weder Vermögen noch Schönheit noch einflußreiche Verbindungen zubringe Ich konnte mir im Voraus Ihr Gesicht vorstellen und hörte ordentlich Ihre republikanischen Antworten und Ihre Versicherung Sie hätten weder nöthig Ihren Reichthum zu vermehren noch Ihre Stellung mit einer höheren zu vertauschen Wie gut Sie mich kennen Sie kleine Zauberin unterbrach mich Mr Rochester »Doch was fanden Sie sonst noch nebst der Stickerei in dem Schleier fanden Sie Gift oder einen Dolch daß Sie jetzt so traurig sind Nein Außer der kostbaren Arbeit fand ich höchstens noch Fairfax-Rochester 's Stolz darin und das drückte mich nicht nieder da ich an den Anblick dieses Dämons schon gewöhnt bin Aber als es finster wurde erhob sich der Wind und blies nicht wie jetzt laut und stürmisch sondern leise und ächzend was weit schauerlicher klang Ich wünschte Sie wären zu Hause ich trat in dieses Gemach und der Anblick des leeren Armstuhls und des ungeheizten Camins stimmte mich traurig Kurze Zeit darauf ging ich zu Bette aber ich konnte nicht schlafen ein ängstliches fürchtsames Gefühl hielt mich wach Der Wind schien einen andern Laut in den Hintergrund zu drängen ob dieser letztere aus dem Hause selbst oder aus der Ferne kam konnte ich nicht unterscheiden aber endlich glaubte ich das ferne Heulen eines Hundes zu erkennen Ich war froh als das Gebelle endlich nachließ und schlief ein Doch auch im Traume verfolgte mich die Idee einer finstern gefahrvollen Nacht und bei dem Wunsche mit Ihnen zu seyn bemächtigte sich meiner ein Gefühl als trennte uns eine unübersteigliche Scheidewand Während meines ersten Schlummers träumte ich von einer geschlängelten mir gänzlich unbekannten Straße die ich in tiefster Finsterniß und im heftigsten Regen verfolgte Ein kleines Kind das weder gehen noch stehen konnte und vor Kälte zitterte trug ich in meinen erstarrten Armen es weinte unaufhörlich Es war als hätten Sie auf derselben Straße einen sehr großen Vorsprung vor mir und ich strengte mich aufs Aeußerste an Sie einzuholen auch wollte ich Sie beim Namen rufen und Sie bitten auf mich zu warten allein ich konnte den Mund nicht aufthun und ebenso wenig vom Flecke kommen indeß Sie sich immer weiter und weiter von mir entfernten Und diese Träume lasten noch jetzt auf Ihrem Gemüte Jane da ich Ihnen ganz nahe bin Vergessen Sie den geträumten Schmerz und genießen Sie die angenehme Wirklichkeit Sie sagen Sie lieben mich und diese Worte wenigstens können Sie über die Lippen bringen Ich hörte sie klar und deutlich Sie sagten ''Sie freuten sich mit mir leben zu können weil Sie mich liebten Ist das wahr Jane lieben Sie mich wirklich Sagen Sie es noch einmal Ich