immer wartete ich am Thore der Mond hatte sich wieder hinter seinen Wolkenvorhang zurückgezogen und tiefe Finsterniß decke die Gegend Mittlerweile hutte es auch zu regnen angefangen ‘Ich wollte er käme ich wollte er käme rief ich von trüben Ahnungen gequält in die Nacht hinaus Er hatte versprochen zur Theezeit wieder zurück zu seyn und nun war es schon so spät Was hielt ihn ab Das Ereigniß der letzten Nacht trat mir wieder vor die Seele ich legte es als ein Anzeichen kommenden Unglückes aus Meine Aussichten schienen mir zu glänzend als daß sie sich verwirklichen sollten und ich war in der letzten Zeit so glücklich gewesen daß ich mir einbildete mein Glück habe nun seinen höchsten Gipfelpunkt erreicht und müsse ins Gegentheil umschlagen ‘Ich kann nicht ins Haus zurück ’ dachte ich im Stillen ‘ich kann nicht beim warmen Feuer sitzen während er im Ungewitter unterwegs ist Besser meine Glieder ermüden als mein Herz verblutet ich will ihm ein Stück Weges entgegen gehen.’ Ich schritt aus und lief schnell aber nicht weit Kaum hatte ich eine Viertelmeile zurückgelegt als ich auch schon den Hufschlag eines Pferdes hörte ein Reiter kam in vollem Galopp angesprengt ein Hund sprang neben ihm her Fort waren alle bösen Ahnungen er war es auf seinem Rappen Mesrur gefolgt von seinem treuen Pilot Er sah mich denn der Mond glänzte eben wieder durch die Wolken und schwenkte seinen Hut Ich rannte auf ihn zu ‘Da seht einmal ’ rief er sich herunterneigend und mir seine Hand entgegenhaltend ‘Sie können nicht ohne mich seyn das ist klar Treten Sie auf meine Fußspitze reichen Sie mir beide Hände und nun herauf mit Ihnen.’ Ich gehorchte die Freue machte mich gelenkig und rasch schwang ich mich auf 's Pferd Ein herzlicher Kuß bewillkommte mich nebst einigen Ausdrücken seines Entzückens vie ich so gut es ging mitnahm »Doch was ist geschehen Jane frug er nachdem der erste Freudenrausch zu Ende war »was gibt 's daß Sie mir zu dieser späten Stunde entgegen gelaufen kommen Ist denn irgend etwas vorgefallen Durchaus nichts allein ich dachte Sie kämen gar nicht wieder Ich konnte es im Hause nicht länger aushalten besonders bei diesem Regen und diesem Winde Regen und Wind Richtig Sie sind ja so naß wie eine Wassernixe Wickeln Sie sich in meinen Mantel ein Aber Sie scheinen Fieber zu haben Ihre Wangen und Ihre Hände brennen ja wie Feuer Ich frage Sie noch einmal ist etwas geschehen zNichts nichts Ich bin weder ängstlich noö unglücklich Vielleicht waren Sie es Möglich doch will ich Ihnen das im Vorbeigehen erzählen und Sie werden mich wohl auslachen denke ich aWenn der morgige Tag zu Ende ist will ich vom Herzen gerne lachen früher wage ich es nicht ich muß erst meinen Schatz gehoben haben Dieser Schatz sind Sie die Sie den ganzen Monat hindurch schlüpfrig wie ein Aal nd dornig wie eine Pagerose waren Ich konnte Sie nirgends anfassen ohne mich zu stechen und nun glaube ich ein verirrtes Lamm in den Armen