ein Donnerschlag folgte und ich beeilte mich meine geblendeten Augen hinter Mr Rochester 's Rücken zu schützen Der Regen floß nun in Strömen Er zog mich den Gang enlang rasch ins Haus hinein doch waren wir schon fadennaß ehe wir noch die Schwelle überschritten hatten In der Vorhalle na hm er meinen Shawl ab und wischte das Wasser aus meinen flie genden Haaren als Mrs Fairfax aus einer Stube heraus trat Anfangs bemerkte sie weder ich noch Mr Rochester Die Lampe bronnte die Wanduhr wies Mitternacht Machen Sie daß Sie Ihre nassen Kleider herunter bekommen sagte er » und nun gute Nacht gute Nacht meine süße Seele Er küßte mich wiederholt Als ich aufblickte und mich seinen Armen entriß stand die alte Dame blaß ernst und wie vom Donner gerührt vor mir Ich lächelte ihr blos zu und lief die Treppe hinauf Eine Aufklärung verspare ich mir für eine gelegentlichere Zeit dachte ich In meinem Zimmer angelangt schrak ich dennoch vor dem Gedanken zurück die gute Frau möchte das eben Gesehene wenn auch nur für eine kurze Weile falsch auslegen Allein die Freude meines Herzens überwältigte sofort alle andern Gefühle und so nahe auch der Donner krachte so heftig und so schnell ein Bliz auf den andern folgte so sehr auch der Regen während des zwei Stunden anhaltenden Ungewitters herunterströmte ich em pfand wever Furcht noch Angst Dreimal kam Mr Roche ster an meine Thür sich nach meinem Befinden zu erkundi gen und das stärkte mich und gab mir Muth für Alles Bevor ich noch am nächsten Morgen mein Bett verlas sen hatte kam die kleine Adela in meine Stube gehüpft und erzählte mir der Blitz habe in der verwichenen Nacht in den greßen Kaftanienbaum im Obstgarten eingeschla g en und den Stamm zersplittert Vierundzwanzigstes Capitel Beim Aufstehen und Ankleiden dachte ich über das Ge schehene nach und hielt es beinahe für einen Traum Ich konnte nicht eher an die Wirklichkeit ves Ereignisses glauben bis ich Mr Rochester wieder gesehen und seine Liebes betheuerungen und sein Versprechen von Neuem gehört hatte stallenen Fluten erborgt Sehr oft war es mir sonst unan Während ich mir das Haar machte besah ich mich im Spiegel und fand ich sey nicht mehr häßlich Die Hoffnung verschönerte mein Gesicht und die Freude hatte es leb haft geröthet meine Augen sahen aus als hätten sie den Quell des Genusses betrachtet und sich ben Glanz seiner kry g enehm gewesen meinen Gebieter ansehen zu müssen weil ich fürchtete mein Anblick könne ihm unmöglich gefallen doch jetzt ich fühlte es zu gut durfte ich ihm kühn ins Auge sehen ohne daß es seiner Neigung zu mir Eintrag that Ich nahm ein einfaches doch sauberes und leichtes So mmerkleid aus meiner Schublade und legte es an es kam mir vor als hätte mich noch nie ein Anzug so vor theilhaft gekleidet wohl weil ich noch nie einen in solch freudiger Stimmung angehabt In ver Vorhalle hinunterlaufend erstaunte ich durchaus nicht daß ein glänzender Junimorgen dem nächtlichen Un wetter gefolgt