Ich sah die Fen ster des Bibliothef immers offen ich wußte daß ich von dort aus beobachtet werden konnte und begab mich dah er in ren Obstgarten Kein Winkel in der ganzen Gegend herum war wohl so einsam und paradiesisch die Bäume gläntten im saftigsten Grün die Blumen prangten in ihrem schön sten Farbenschmucke an der einen Seite schloß den Garten eine hohe Mauer vom Hofe an der andern eine Birken allee vom Grasplatze ab Im Hintergrunde befand sich eine lalb morsche Planke seine einzige Abgrenzung gegen die einsamen Felder zu ein geschlängelter mit Lorbeerbüschen eingefaßter unten an einem riesigen Roßkastanienbaum mit einer runden Bank vorübergehender Pfa führte zu diesem Breterzaune Hier konnte man unbemerkt herumwandeln Während der Tbau fiel die tiefste Stille herrschte und die Dämmerung hereinbrach dachte ich an die Möglichkeit diesen abgeschlossenen Ort öfter besuchen zu können als ich jedoch unter Blumen und Obstbäum en umherstreifend an den obern Theil der Mauer gelangte welchen Ort der einstweilen aufgegangene Mond beschien blieb ich betroffen stehen Es war kein Laut kein Anblick der mich erschreckte sond ern wieder nur der wohlbekannte Geruch Die Nachtviolen und die Stabwurz der Jasmin die Nelken und die Ro sen hatten bereits ihr Abend opfer an Wohlgeruch gespendet dieser Duft kömmt weder von einem Gesträuch noch von einer Blume her es ist ich weiß es wohl Mr Rochester 's Cigarre Ich blicke unn mich und horche Ich sehe Bäume mit reifenden Früchten beladen Ich höre die Nachtigall im benachbarten Holze schla aen Keine nahende Gestalt ist sichtbar kein herankommen der Tritt hörbar und dennoch nimmt der Geruch an Stärke zu Ich muß fliehen Ich eile zum Pförtchen das ins Ge büsch hinausführt und sehe Mr Rochester eintreten Ich schleiche mich beiseits in die Epheulaube wahrscheinlich bleibt er nicht lange und wenn ich mich still verhalte be merkt er mich nicht Doch nein die Abendzeit gefällt ihm so wohl wie mir und dieser alte Garten hat für ihn dieselbe Anziehungs kraft Er geht auf und ab bald einen Stachelbeerstrauch und dessen pflaum engroße Beeren betrachtend bald eine reife Kirsche von der Mauer pflückend bald sich zu einem Blumenstocke hinabbeugend um den Duft einzuathmen und die Thauperlen an den Blumenblättern zu bewundern Ein großer Nachtfalter summt an mir vorbei er setzt sich auf eine Pflanze zu Mr Rochester 's Füßen der ihn sieht und sich zu ihm neigt ihn näher zu betrachten Nun hat er mir den Rücken zugedreht dachte ich und beschäftigt ist er auch ich kann ihm also entschlüpfen wenn ich leise auftrete Ich setzte den Fuß auf eine Raseneinfassung um das Knistern des Sandes auf dem Wege zu vermeiden Er stand zwischen den Beeten etwa eine oder zwei Ellen von der Stelle entfernt bei welcher ich vorbei mußte der Falter nahm seine Aufmerksamkeit sichtlich in Anspruch Ich werde gnz gut fortkommen sagte ich zu mir selber Als ich je doch durch den Schatten ging den seine Gestalt im Mond lichte warf sagte er ganz ruhig ohne sich umzudrehen Jane kommen Sie und sehen