Schwester Trägheit und ihr Jammern s in der Regel eben so wenig als ob gar keine solche Per son vor ihren Augen herum ginge Eines Tages jedoch als sie eben ihr Rechenbuch zugeschlagen und ihre Stickerei zu sammengelegt hatte ließ sie sich wie folgt vernehmen Georgine ein eitleres und alberneres Thier als Du s hat wohl noch nie die Erve mit seinem Daseyn belästigt s Du hast kein Recht auf dein Leben denn Du weißt es nicht s anzuwenden Anstatt für Dich in und mit Dir zu leben s wie sich dies für ein vernünftiges Geschöpf ziemtt suchst Du s deine Schwäche durch anwerer Leute Kraft zu stützen und wenn sich Niemand findet der sich mit einem solch faden gei stesschwachen aufgeblasenen unnützen Geschöpf befassen will schreist Du daß du elend bist daß man Dich schlecht behandelt vernachlässigt Das Leben sollte deinem Wunsche nach in einer Reihe von Unterhaltungen und Aufregungen s bestehen widrigenfalls Du die Welt für einen Kerker an siehst Du willst bewundert angebetet geschmeichelt seya De mußt Musik Tanz und Gesellschaft haben or er Du verschmachtest und stirbst ab Hast Du denn nicht Verstand genug Dir eine Lebensweise vorzuzeichnen die Dich von allen fremden Einstreuungen und von dem Wil len Anderer unabhängig erhält Nimm den Tag her theile ihn in Abschnitte deren jeder seine Aufgabe hat z lasse keine Viertelstunde keine zehn keine fünf Minu nen ohne bestimmt zugetheilte Beschäftigung und ver richte diese letztern meth odisch in der angenommenen Rei henfolge Der Tag wird zu Ende seyn ehe Du Dich dessen versiehst und Du bist Niemanden dafür Dank schuldig daß er Dir die Zeit verbringen half Du brauchst Niemandes Gesellschaft aufzusuchen seine Sympathie seine Gevuld in Anspruch zu nehmen kurz Du hast so gelebt wie ein vernünftiges unabhängiges Wesen leben soll Folge mei nem Rathe dem ersten und letzten den ich Dir ertheile und Du bedarfst unter allen Verhältnissen weder meiner noch fremder Unterstützung Befolge ihn nicht lebe wie bisher jammere weine und faullenze und Du hast Dir die Folgen deines Blövsinnes schlimm und unerträglich wie sie seyn werden selbst zuzuschreiben Ich spreche ganz offen s und nun höre weiter was ich Dir noch zu sagen habe ich werde es kein zweites Mal wiederholen aber fortan meine Handlungsweise darnach einrichten Nach meiner Mutter Tode will ich nichts mehr von Dir wissen von dem Tage wo ihr Sarg in der Gruft von Gateshead beigesetzt ist sind wir einander so fremd als hätten wir uns nie gekannt Du darfst Dir nicht etwa einbilden daß weil wir Kind er der selben Eltern sind Du irgend wie an mich Ansprüche ma chen kannst ich sage Dir nur so viel ginge das ganze Menschengeschlecht bis auf uns Beide zu Grunde so daß wir zwei allein auf der Erde stünden würde ich Dich in der alten Welt stehen lassen und mich selbst nach der neuen begeben Sie schwieg zDu hättest Dir diese lange Rede ersparen können gab ihr Georgine zur Antwort Jedermann weiß es daß Du das selbstsüchtigste herzloseste aller lebenden Geschöpfe