Einkommenliste anrückt ist er geliefert ‘ ‘Aber Mutter ich kam ja nicht hierher um Mr Rochester 's Schicksal zu hören ich wollte das meinige wissen und Ihr sagtet mir ja darüber noch kein Sterbenswort.’ ‘Ihre Zukunft ist noch zweifelhaft als ich Ihr Gesicht untersuchte widersprach ein Zug dem andern Das Schicksal hat Ihnen ein Maß Glückseligkeit zugemessen so viel weiß ich Ich wußte es bevor ich noch heute Abend herkam Es legte es Ihnen sorgfältig bei Seite Ich sah ihm dabei zu Nun hängt es von Ihnen ab die Hand darnach auszustrecken und es aufzuheben ob Sie dies aber werden thun wollen das ist das Räthsel über welches ich nachdenke Knieen Sie wieder auf den Teppich nieder.’ ‘Laßt mich nicht lange knieen das Feuer röstet mich ordentlich.’ Ich kniete nieder Sie bückte sich nicht zu mir herunter sondern lehnte sich in ihrem Stuhle zurück und sah mich blos an Darauf murmelte sie vor sich hin ‘Die Flamme flackert im Auge das Auge glänzt nie der Thau Es ist sanft und gefühlvoll es lächelt zu meinem Kauderwelsch es ist empfänglich in seinem klaren Kreise folgt ein Eindruck dem andern Wenn es aufhört zu lächeln ist es trübe eine unbewußte Niedergeschlagenheit drückt das Augenlid nieder was Melancholie in Folge des Alleinseyns bedeutet Es wendet sich von mir es will einer weiteren Untersuchung ausweichen es scheint durch einen spöttischen Blick die Entdeckungen zu verneinen welche ich bereits gemacht habe die Anwesenheit von Gefühl und Kummer in Abrede stellen zu wollen sein Stolz und sein Läugnen bestärken mich nur noch in meiner Meinung Das Auge ist günstig.’ ‘Was den Mund anbelangt so pflegt er zuweilen gerne zu lachen er theilt alle Gedanken der Seele mit wiewohl er über so manche Regungen des Herzens ganz stille schweigt Beweglich und geläufig wie er ist ist er nicht dazu geschaffen in dem ewigen Stillschweigen der Einsamkeit geschlossen zu bleiben es ist ein Mund der viel sprechen und oft lächeln und Liebe und Zuneigung zum Gegenstande seiner Gespräche machen sollte Auch dieser Theil des Gesichtes ist günstig Nur in der Stirne sehe ich ein Hinderniß des glücklichen Ausganges in der Stirne welche zu sagen scheint ‘Ich kann allein leben wenn mich Selbstachtung und Verhältnisse dazu bestimmen Ich will meine Seele nicht verkaufen um dafür Glück einzuhandeln Ich besitze in meinem Innern einen Schatz der mich aufrecht erhält und wenn mich auch von Außen nichts als Schmerz und Kummer trifft wenn mich alle Freude flieht oder wenn ich sie nur um einen Preis erlangen kann den ich nicht gewähren darf.’ Diese Stirne sagt ferner ‘Die Vernunft sitzt hier fest und hält die Zügel straff an sie gestattet den Gefühlen nicht ihren freien Lauf zu nehmen und im wilden Taumel Geist und Herz zu bethören Mögen die Leidenschaften wie wahre Heiden noch so sehr rasen mag das Begehrungsvermögen im Bunde mit der Einbildungskraft noch so glänzende lockende Bilder schaffen der Verstand wird bei jeder Berathung das letzte Wort haben und den entscheidenden Ausschlag geben Sturm Erdbeben und Feuer mögen vorbeitoben