ein Wort gesprochen Wollen Sie das von dem Herrn des Hauses auch behaupten ’ ‘Er ist nicht hier.’ ‘Eine tiefsinnige Bemerkung Ein äußerst geistreiches Auskunftsmittel Er ging diesen Morgen nach Millcote und wird noch heute Abends zurückerwartet schließt ihn dieser Umstand von der Liste Ihrer Bekanntschaften aus — vernichtet er seine Existenz ’ ‘Nein aber ich kann nicht einsehen was Mr Rochester mit dem Gegenstande unserer Verhandlung gemein hat.’ ‘Ich sprach von Damen die Herren zulächeln und in letzterer Zeit wurde Mr Rochester von einer gewissen Dame so häufig angelächelt daß er ordentlich schmelzen Mus wie Märzschnee in der Frühlingssonne Haben Sie das nie bemerkt ’ ‘Mr Rochester hat vollkommen Recht sich an dem Umgange seiner Gäste zu erfreuen.’ ‘Darum handelt es sich hier nicht allein haben Sie es unter den vielen Bewegungen und Blicken die ganze Geschichten erzählen wie Sie sagen nicht bemerkt daß Mr Rochester mit den lebhaftesten und unausgesetztesten Kundgebungen dieser Art beglückt wurde ’ ‘Die Aufmerksamkeit des Zuhörers beflügelt die Zunge des Erzählers.’ Ich sagte dies mehr zu mir selbst als zur Zigeunerin deren sonderbares Gespräch eigenthümliche Stimme und Manieren mich in eine Art Traum eingewiegt hatten Eine unerwartete Rede nach der andern kam von ihren Lippen bis ich in ein ordentliches Netz von Mystificationen verstrickt war und nachsann welcher unsichtbare Geist wohl wochenlang an meinen Herzen gesessen sein ganzes Treiben überwacht und jeden Pulsschlag aufgezeichnet hatte ‘Die Aufmerksamkeit des Zuhörers ’ wiederholte die Zigeunerin ‘wohl Mr Rochester hat ganze Stunden da gesessen und sein Ohr den wundervollen Lippen geneigt die in Erfüllung ihrer Aufgabe ein so großes Vergnügen zu finden schienen Und er hörte so gerne zu und war so dankbar für die ihm bereitete Unterhaltung Sie haben es doch bemerkt ’ ‘Dankbar Ich weiß mich nicht zu erinnern daß ich je in seinem Gesichte Dankbarkeit entdeckt hätte.’ ‘Entdeckt Sie haben es also untersucht Und was entdeckten Sie denn wenn keine Dankbarkeit ’ Ich sagte nichts ‘Sie haben Liebe bemerkt nicht wahr Und weiter in die Zukunft blickend sahen Sie ihn vermält und seine Braut glücklich ’ ‘Hm Nicht ganz Eure Kunst läßt Euch zuweilen im Stiche.’ ‘Was zum Teufel haben Sie oenn gesehen ’ ‘Lassen wir das Ich kam hierher um zu fragen nicht um zu beichten Ist es schon allgemein daß sich Mr Rochester vermälen wird ’ ‘Ja wohl mit der schönen Miß Ingram.’ ‘Bald ’ Alle Anzeichen bejahen es und Sie werden ohne Zweifel obwohl Sie die strafbare Kühnheit haben es in Abrede zu stellen ein äußerst glückliches Paar seyn Er muß so eine schöne edle witzige vollendete Dame lieben und wahrscheinlich liebt auch sie ihn oder wenn auch nicht seine Person so doch seinen Geldsack Ich weiß daß ihr die Besitzungen der Familie Rochester sehr wünschenswerth vorkommen wiewohl ich ihr darüber Gott verzeihe es mir vor einer Stunde Dinge offenbarte die sie merkwürdig ernst machten ihre Mundwinkel fielen um einen guten Zoll Ich möchte ihrem gemüthlichen Anbeter rathen sich vorzusehen denn wenn ein Anderer mit einer längeren oder einer weniger belasteten