aufhält Mit einigem Jittern sah ich die Stunde herannahen wo ich mich mit meiner Schülerin ins Gesellschaftszimmer begeben sollte Adela war den ganzen Tag über im Entzücken als sie hörte daß sie am Abend vor den Damen erscheinen würde und erst als Sophie die Operation des Ankleidens begann wurde sie etwas nüchterner Die Wichtigkeit dieses Vorganges machte sie plötzlich gesetzt und als sie ihre Locken geordnet ihr rosenfarbnes Atlaskleid angelegt ihre Schärpe geknüpft und die gewirkten Handschuhe angezogen hatte sah sie so ernst darein wie ein Eximinalrichter Eine Warnung ihren Anzug nicht in Unordnung zu bringen war überflüssig vorsichtig setzte sie sich in ihren kleinen Armstuhl nieder nachdem sie vorher ihren Atlasrock aus Furcht ihn zu zerknittern in die Höhe gehoben und versicherte mich ruhig bleiben zu wollen bis ich ganz fertig wäre Das war denn auch bald der Fall mein bester Anzug das silbergraue Kleid welches ich mir zu Miß Temple 's Trauung gekauft und seitdem kein einziges Mal getragen hatte war in wenigen Minuten angelegt mein Haar mit einigen Bürstenstrichen geordnet und mein einziger Schmuck die perlenbesetzte Broche ohne Aufenthalt vorgesteckt Wir machten uns auf den Weg Glücklicherweise führte noch ein anderer Eingang zum Gesellschaftszimmer außer demjenigen durch den Salon wo sämmtliche Gäste noch bei Tische saßen Wir fanden das Gemach leer ein großes Feuer brannte im marmornen Camin und Wachslichter erglänzten zwischen den ausgesuchten Blumen welche die Tische schmückten Der carmoisinrothe Vorhang deckte den Schwibbogen eine dünne Scheidewand doch sprach die Gesellschaft im benachbarten Speisesaale so leise daß man über ein halblautes Gemurmel hinaus von ihren Gesprächen nichts vernehmen konnte Adela die noch immer unter dem Einflusse der feierlichsten Gefühle zu stehen schien setzte sich ohne ein Wort zu sagen auf einen Schämel den ich ihr anwies Ich zog mich in eine Fensterbrüstung zurück und versuchte es in einem Buche zu lesen das ich vom Tische aufnahm Adela brachte ihren Sitz zu meinen Füßen und ehe wenige Minuten vergingen zupfte sie mich am Arme Was ist 's Adela Est-ce que je ne puis pas prendre une seule de ces fleurs magnifiques Mademoiselle Seulement pour completer ma toilette Sie denken zu viel an Ihre Toilette Adela doch sollen Sie eine Blume haben Und ich nahm eine Rose aus der Blumenvase und steckte sie ihr vor die Brust Sie stieß einen Seufzer unaussprechlicher Befriedigung aus als hätte nun ihr Glück den höchsten Gipfel erreicht Ich wandte mein Gesicht ab um ein Lächeln zu verbergen das ich nicht unterdrücken konnte der Ernst und die angeborne Verehrung der kleinen Pariserin für Toilettesachen hatten etwas Lächerliches und zu gleicher Zeit auch Peinliches an sich Ein leises Geräusch ließ vermuthen daß die Gäste vom Tische aufstanden der Vorhang wurde zurückgeschoben und man sah das Speisezimmer dessen Kronleuchter auf das Silber und Glasgeschirr eines prachtvollen Dessertservice hernieder strahlte das einen langen Tisch bedeckte eine Gruppe geschmückter Damen stand unter dem Schwibbogen sie überschritten die Schwelle und der Vorhang wurde hinter ihnen zugezogen Es waren ihrer nur achte doch als sie hereinschwebten machten sie den