sich in den letzten zwei Wochen gestaltet und als darauf die Vernunft in ihrer ruhigen Weise den wahren Sachverhalt ungeschminkt aufgeklärt und berichtet hatte wie ich die Wirklichkeit so schnöde zurückgewiesen und die Phantasie an ihrer Statt hatte ungehindert walten lassen erkannte ich zu Recht daß nie ein einfältigeres Geschöpf als Jane Eyre die Luft dieser Welt eingeathmet daß sich nie eine phantastischere Thörin mit angenehmeren Lügen gefoppt und tödtliches Gift so gierig verschluckt habe als wäre es reiner Nektar Du sagte ich mir Mr Rochester 's Liebling Du wärest im Stande ihm zu gefallen Du liegest ihm irgendwie am Herzen Geh deine Dummheit flößt mir Ekel ein und Du konntest Vergnügen finden an gelegentlichen Beweisen von Hinneigung an zweideutigen Beweisen von einem Adeligen einem Weltmanne Dir einer Untergebenen einer unerfahrenen Person gegeben Wie konntest Du es nur wagen arme alberne Getäuschte Konnte Dich nicht dein eigenes Interesse klüger machen Noch diesen Morgen gingst Du im Gedächtniß die kurze Scene der verflossenen Nacht durch bedecke dein Gesicht und schäme Dich Er sagte einige Worte zum Lobe deiner Augen nicht wahr Blinde eitle Närrin Thue sie auf und betrachte deine gänzliche Hirnlosigkeit Welchem Weibe wäre es zum Vortheil wenn ihr der Gebieter Schmeicheleien sagt der sie unmöglich heirathen kann und Thorheit ist es eine geheime Leidenschaft zu nähren die ungeahnt und unerwiedert das Leben verzehrt dem sie ihre Nahrung verdankt und wenn sie erkannt und getheilt wird einem Irrlichte gleich in unabsehbare Sümpfe führen muß aus denen es keinen Ausweg gibt Und nun Jane Eyre höre dein Urtheil morgen stellst Du einen Spiegel der Dich und zeichnest dein getreues Bildniß mit der Bleifeder Du vertuschest keinen Fehler vergissest keinen häßlichen Zug lässest keine unangenehme Unregelmäßigkeit weg und darunter schreibst Du die Worte Bildniß einer armen häßlichen Erzieherin von niedriger Herkunft Dann nimmst Du eine Platte glattes Elfenbein Du hast eine solche unter deinen Zeichengeräthen mischest deine frischesten feinsten hellsten Farben suchst den zartesten Kamehlhaarpinsel aus entwirfst mit Sorgfalt das liebliche Gesicht das Du Dir nur denken kannst und malst es nach Mrs Fairfax’s Beschreibung von Blanche Ingram in den zartesten Abwechslungen von Licht und Schatten vergiß die Rabenlocken und das orientalische Auge nicht wie Du willst Mr Rochester 's Auge zum Modell nehmen Zur Ordnung Keine Thränen keine Empfindeleien kein Bedauern Nur Vernunft und Entschlossenheit kann ich zugeben Erinnere Dich der edlen doch harmonischen Gesichtszüge des schönen Halses vereleganten Büste laß den runden weißen Arm hervortreten so wie die zarte Hand übersieh weder Ringe noch Armspangen male naturgetreu den Anzug die luftige Taille die schimmernde Seide die anmuthig umgeworfene Schärpe und die goldene Rose die Ueberschrift sey Blanche eine vollendete Dame von Rang Sollte Dir dann künftighin wann immer der Gedanke kommen Mr Rochester sey Dir gut dann suche die beiden Bilder hervor vergleiche sie und sprich Mr Rochester kann wenn er nur will um die Liebe dieser edlen Dame werben ist es nun wahrscheinlich daß er für jene arme unbedeutende Plebejerin einen ernsten Gedanken zu verlieren hat Ich will es