schmeicheln besser zu seyn als er vielmehr muß ich zugeben daß wir auf einer und derselben Stufe stehen Ich wollte ich hätte nie gewankt Gott weiß es ich wollt es Denken Sie an die Gewissensbisse wenn Sie je in Versuchung kommen zu fehlen Miß Eyre Gewissensbisse vergiften das Leben Reue sagt man bringt zur Ruhe Das genügt nicht Nur wenn man ein neuer Mensch wird kann man diesen Krebsschaden los werden und ich hätte es dahin bringen können ich fühle wohl jetzt die Kraft dazu in mir wenn doch was nützt mir's daran zu denken zu Boden gedrückt verstrickt und verflucht wie ich bin Uebrigens da mir nun einmal Glückseligkeit versagt ist habe ich ein Recht so viel Vergnügen wie möglich aus dem Leben herauszuschlagen und das will ich koste es was es wolle Dann werden Sie noch tiefer sinken Möglich doch warum wenn ich mir immer frische süße Vergnügen verschaffe Und ich kann sie mir so süß und frisch verschaffen wie wilder Honig den die Bienen auf der Haide sammeln Und dennoch werden sie einen herben bittern Nachgeschmack zurücklassen Wie können Sie das wissen Sie haben sie ja nie versucht Wie ernst wie feierlich Sie aussehen und doch sind Sie in dieser Sache eben so unwissend wie diese Gamee hier Er hob eine solche vom Caminsimse auf Sie haben kein Recht mir vorzupredigen Sie Novize die kaum die Schwelle des Lebens überschritt dessen Geheimnisse sie noch gar nicht kennt Ich erinnere Sie blos an Ihre eigenen Worte Sir Sie sagten Fehltritte brächten Gewissensbisse mit sich und die letzteren vergifteten das Leben Wer spricht jetzt von Fehltritten Ich glaube kaum daß die Vorstellung die eben in meinem Geiste emporstieg einen Fehltritt betraf Ich halte sie eher für eine glückliche Eingebung als für eine Versuchung zum Bösen sie war sehr anmuthig sehr tröstend ich verstehe mich darauf Da ist sie wierer Nicht der Teufel flüstert sie mir zu ich versichere Sie und wenn auch so hat er die Gestalt eines Engels des Lichtes angenommen Ich muß wohl einen so lieben Gast einlassen wenn er an der Pforte meines Herzens anklopft Mißtrauen Sie ihm Sir es ist kein Gesandter des Himmels Und wieder frage ich Sie woher wissen Sie das Welcher Instinct läßt Sie einen gefallenen Engel der Finsterniß von einem Boten des Ewigen den Führer vom Verführer unterscheiden Ich urtheilte nach dem Ausdrucke Ihres Gesichtes Sir es verdüsterte sich als wie Sie sagten jene Vorstellung in Ihnen auftauchte Ich bin überzeugt Sie werden noch unglücklicher werden wenn Sie darauf hören Nicht im Geringsten die Erscheinung brachte mir die angenehmste Botschaft von der Welt übrigens sind Sie nicht mein Gewissensrath und mögen daher ganz ruhig seyn Da tritt ein lieblicher Wanderer Er sagte die letzten Worte als spräche er sie zu einer nur seinen Augen sichtbaren Vision dann kreuzte er seine Arme die er halb von sich gestreckt hatte über der Brust es schien als umschlösse er mit dieser Umarmung ein unsichtbares Wesen Nun fuhr er sich wieder zu mir wendend fort