schlafen gehen denn ich fürchte mich Ich wünschte diese Stunde wo wir so traulich beisammen sitzen ginge nie vorüber Wer weiß was die nächste uns bringen mag Was ist denn geschehen Haben die Vorbereitungen dich allzusehr erschöpft Was hat dir Ruhe und Glück gestört Ruhe und Glück murmelte ich Sind Sie denn ruhig und glückliche Ruhig nein aber glücklich ja bis ins Innerste meines Herzens Doch du machst mix fast Angst Johanna Was bedeutet dieser seltsame Blick dieser fragende Ausdruck Erkläre dich So hören Sie denn Herr Rochester Eben schlägt es zwölf Uhr und ich will Ihnen erzählen was sich gestern nacht um dieselbe Stunde zugetragen hat Sie waren den ganzen Tag über fort Auch ich hatte alle Hände voll zu tun gehabt und war recht müde als ich mich zur Ruhe legte Während des Einschlafens dachte ich natürlich noch immer an die Geschenke die Sie für mich gekauft haben und vor allem an den prachtvollen Brautschleier den ich Ihnen zuliebe tragen soll obgleich ein so aristokratischer Schmuck für mein plebejisches Haupt kaum paßt Die Nacht war stürmisch der Wind heulte laut die Bäume rauschten und als ich einschlief nahm ich das Bild dieser schaurigen Nacht mit in meine Träume hinüber Mein erster Traum führte mich auf einem vielverschlungenen Wege durch tiefe Finsternis Regen durchnäßte mich im Arme hielt ich ein kleines Kind das jämmerlich schrie Ich hatte das Gefühl als seien Sie auf dieser Straße vorausgegangen aber schon weit von mir fort und ich spannte alle Kräfte an um Sie einzuholen Ich rief auch nach Ihnen aber die Stimme versagte mir den Dienst Und dieser Traum bedrückt dich noch jetzt wo du an meiner Seite bist Vergiß dein eingebildetes Leid und denke nur an dein wirkliches Glück Ich hatte noch einen andern Traum fuhr ich fort Ich sah Thornfield als Ruine als einen wüsten Trümmerhaufen Alles war zusammengebrochen in der Ferne hörte ich Hufschläge und ich eilte auf eine Anhöhe und sah Sie Aber Sie ritten von dannen und verschwanden in der Finsternis Ich wollte nacheilen fiel von der Anhöhe jäh herab und erwachte Nun war das Träumen hoffentlich zu Ende Johanna Die Träume waren zu Ende die Schrecken begannen erst Als ich die Augen aufschlug sah ich ein brennendes Licht den Schein einer Kerze Ich vermutete Sophie sei eingetreten Die Kerze stand auf meinem Ankleidetisch und die Tür des kleinen Nebenraums in den ich meine neuen Kleider getragen hatte war offen Ein Geräusch kam von dort Ich rief Sophie was tun Sie dort Niemand antwortete aber eine Gestalt kam zum Vorschein nahm das Licht und betrachtete nun eingehend die an den Riegeln hängenden Sachen Ich rief wieder Sophie Sophie r richtete mich im Bett auf und neigte mich vor Da erstarrte mir das Blut in den Adern denn es war nicht Sophie es war nicht Frau Fairfax es war nicht einmal jene rätselhafte Person die Grace Poole Es war eine mir ganz fremde Frau die ich noch nie gesehen solange ich in Thornfield bin Sie hatte langes schwarzes