Winkel von ganz Thornfield Hier standen die schattigsten Bäume hier wuchsen die duftigsten Blumen eine hohe Mauer trennte ihn vom Wirtschaftshofe Hier konnte man ungesehen lustwandeln Es wurde dunkler und dunkler stiller und stiller ich überließ mich meinen Träumen Doch als ich den obern Teil der Anlagen betrat mischte sich in den Duft der Blumen plötzlich wieder jenes verräterische Aroma einer Zigarre Ich blieb stehen und sah umher Keine menschliche Gestalt war sichtbar kein Schritt zu hören und doch wurde der Geruch stärker Ich wollte mich entfernen und als ich durch das Pförtchen ging das in die Baumschule führt sah ich Herrn Rochester eintreten Rasch schlüpfte ich zur Seite vielleicht bemerkte er mich nicht Er schlenderte denn auch ruhig weiter hob die Stachelbeerzweige empor um nach den Früchten zu sehen pflückte eine reife Kirsche vom Spalier und beugte sich dann zu einem Blumenbeet hinab Jetzt wendet er mir den Rücken dachte ich jetzt kann ich entfliehen Geräuschlos wollte ich zur Tür hinaus da rief er ohne sich um Johanna kommen Sie doch mal her es ist eine Sünde an zuwenden solch einem schönen Abend im Hause zu hocken Leisten Sie mir Gesellschaft Ich wußte nichts zu antworten und folgte ihm schweigend obwohl es mir nicht angenehm war zu solcher Stunde mit Herrn Rochester allein im Obstgarten zu sein Es ist eigentlich auch ganz schön hier namentlich im Sommer plauderte er weiter Thornfield muß Ihnen auch schon lieb und wert geworden sein Gewiß Ich bemerke auch Sie hegen Zuneigung für die kleine Adele und sogar für die gute alte Frau Fairfax Ja Herr ich habe beide jede auf besondere Art herzlich lieb Da wird es Ihnen wohl schwerfallen sich von dem allen zu trennen Schade Er schwieg ein Weilchen dann fuhr er fort So geht es immer im Leben kaum fühlt man sich wohl so heißt es Scheiden Muß denn geschieden sein Herr Rochester Ich glaube ja Es tut mir selbst leid Johanna aber ich glaube Sie müssen fort Es traf mich wie ein Schlag aber ich ertrug ihn Ich werde bereit sein Herr Rochester wenn der Befehl zum Aufbruch kommt Ich muß ihn heute abend schon erteilen Also wollen Sie sich nun verheiraten Erraten Klug wie immer haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen Und wie Sie selbst einmal sagten von Ihnen stammt ja der Gedanke eigentlich so muß nun Adele in ein Institut und Sie müssen eine andere Stellung annehmen Ich heirate in einem Monat In der Zwischenzeit werde ich mich für Sie nach etwas Passendem umsehen Ich danke Ihnen Herr Rochester Entschuldigen Sie daß ich Ihnen so viele Mühe mache Davon ist keine Rede Wenn eine Untergebene ihre Pflicht so trefflich erfüllt wie Sie es getan haben dann kann sie auch nach meiner Meinung von ihrem Brotherrn eine kleine Unterstützung verlangen Ich habe durch meine zukünftige Schwiegermutter auch schon in einem Hause anfragen lassen wo Sie sehr gut aufgehoben sein würden Es handelt sich um die Erziehung der fünf Töchter einer gewissen Frau Dionysius O’Gall auf Bitternutlodge