von scharfen Zügen von blasser Farbe und überaus einfach gekleidet Um den Hals trug sie eine Kette aus schwarzen Holzperlen woran ein Kruzifix hing Das war Elisa Und die andere war Georgina aber auch sie sah ganz anders aus als früher wo sie noch ein schlankes blondes Mädchen von elf Jahren gewesen Sie war jetzt eine Dame voll erblüht weiß und zart wie Alabaster schön von Angesicht Auch sie war schwarz gekleidet doch ihr Kleid war nicht so einfach sondern mit allerlei Ausputz versehen Beide Mädchen hatten einen Zug von ihrer Mutter doch jede nur einen Die magere blasse Elisa hatte das hervortretende Auge die üppigere Georgina das breite volle Kinn das ihrem hübschen Gesicht etwas Grobes Hartes verlieh Ich trat auf die Damen zu die sich erhoben und mich als Fräulein Eyre anredeten Elisa sprach ihren Gruß kurz und trocken ohne eine Miene zu verziehen Sie setzte sich auch gleich wieder starrte ins Feuer und nahm weiter keine Notiz von mir Georgina fühlte sich bewogen ihrem Wie geht es Ihnen noch ein paar Bemerkungen über die lange Reise und das Wetter hinzuzufügen Sie betrachtete mich von Kopf zu Füßen mit einer Miene der es eben nicht an Hochmut gebrach Aber diese Ueberhebung meiner Cousinen ließ mich jetzt ganz kalt Ich wunderte mich über mich selbst daß die vollständige Nichtachtung seitens der einen und die erzwungene Höflichkeit der andern mir ganz gleichgültig war Wie befindet sich Frau Reed fragte ich und sah Georgina an Mama ist sehr krank antwortete diese Ich glaube nicht daß Sie heute noch zu ihr können Ich wäre Ihnen dankbar wenn Sie ihr sagen wollten daß ich da bin Georgina schien dies als eine empörende Zumutung zu empfinden und riß ihre blauen Augen weit auf Ich weiß sie hat den besonderen Wunsch geäußert mich zu sehen setzte ich hinzu Ich möchte ihr diesen Wunsch so rasch wie möglich erfüllen damit ich hier nicht länger zu bleiben brauche als absolut notwendig ist Mama läßt sich am Abend nicht gern stören sagte Elisa Darauf legte ich ohne auf eine Aufforderung zu warten Hut und Handschuhe ab und sagte ich wolle zu Bessie gehen die wohl in der Küche sei Dort würde ich ja wohl Gewißheit darüber erhalten ob Frau Reed mich noch an diesem Abend zu sehen wünsche Ich fand Bessie und schickte sie zu der kranken Hausherrin hinauf Wenn man mich noch vor einem Jahre so unhöflich empfangen hätte wie jetzt in Gateshead ich würde sofort wieder gegangen sein jetzt aber begriff ich daß dies sehr töricht gewesen wäre Denn ich hatte eine weite Reise gemacht um meine Tante zu sehen und nun mußte ich bleiben bis sie wieder gesund geworden oder gestorben war An die Unverschämtheit und Dummheit ihrer Töchter durfte ich mich dabei nicht kehren Ich wandte mich deshalb auch ohne weiteres an die Wirtschafterin und ließ mir ein Zimmer anweisen indem ich ihr bedeutete ich würde wohl auf einige Zeit hier zu Gast bleiben müssen Auf dem Wege zu meinem Zimmer begegnete mir Bessie