könnten Ueberhaupt wurde ich in diesen Fragen allmählich sehr nachsichtig in der Beurteilung Rochesters Ich übersah alle seine Fehler ich sah keine schlechten Eigenschaften mehr an ihm Der herbe Sarkasmus der mir einst abstoßend erschienen war die Strenge die mich zuerst einschüchterte dünkten mich jetzt wie die Würze eines seltenen Gerichts das ohne sie fade gewesen wäre Eines Tages fehlte Herr Rochester in der Gesellschaft wie langweilig erschien mir alles Der Nachmittag war regnerisch Die Herren und Damen wollten eine Zigeunerbande besuchen die in der Nähe von Hay ihr Lager aufgesucht hatte aber das schlechte Wetter gestattete keine Ausfahrt So vertrieb man sich die Zeit so gut es gehen mochte Kurz vor der Dinerstunde fuhr ein Wagen in den Hof Was fällt Herrn Rochester ein in dieser Weise zurückzukommen rief Blanche in geringschätzigem Tone und eilte ans Fenster Fürchtet auch er sich gleich vor dem Regen daß er sich nicht getraut zu Pferde zurückzukommen wie er fortgegangen Und wo hat er seinen Hund gelassen Die Glocke erklang das Portal wurde geöffnet und wenige Augenblicke später trat ein fremder Herr ein junger sehr elegant aussehender Mann ins Zimmer Er verneigte sich tief vor Lady Ingram die er wahrscheinlich für die älteste und vornehmste unter den Damen hielt Ich komme wohl zu unpassender Zeit sprach er Mein Freund Rochester ist wie ich höre nicht zu Hause Aber ich habe eine sehr lange anstrengende Reise hinter mir und darf mich im Vertrauen auf meine alte Freundschaft hier niederlassen bis er eintrifft Er sprach mit etwas fremdländischem Akzent und mochte zwischen dreißig und vierzig Jahren sein Auf den ersten Blick erschien er sehr schön doch bei genauerem Hinschauen sah man daß seine Farbe fahl seine großen Augen ausdruckslos waren Frau Fairfax ließ dem Herrn ein Zimmer anweisen und nachdem er Toilette gemacht hatte mischte er sich ungeniert unter die Gesellschaft und wie ich sah fanden die Damen allgemein Gefallen an ihm rühmten seine ausgesuchte Höflichkeit und schwärmten von seinen großen Augen und seinem fabelhaft kleinen Munde Sein Name war Mason Er erzählte viel von Jamaika von Kingston von Westindien Ich hatte wohl gehört daß Herr Rochester weit herumgekomkommen sei doch hatte ich nicht vermutet daß seine Reisen ihn in so ferne Weltteile geführt hätten Indem ich den Fremden betrachtete wunderte ist mich ebenso darüber daß Rochester einen solchen Mann zum Freunde haben konnte wie darüber daß er eine Blanche Ingram zur Braut erwählte Während die Damen und Herren in frohem Geplauder beisammen saßen näherte sich plötzlich einer der Diener Herrn Eshton dem Magistratsbeamten und flüsterte ihm ein paar Worte ins Ohr Sagen Sie der Person antwortete dieser laut sie wird eingesperrt wenn sie nicht gleich ihrer Wege geht Oberst Dent hatte die Worte des Dieners gehört und rief Nicht doch Eshton Es ist heute so wie so ein wenig langweilig Da sollten wir uns diese Kurzweil nicht entgehen lassen Fragen wir erst mal die Damenl Und laut fuhr er fort Meine Damen wir konnten heute nicht in das Zigeunerlager fahren Nun ist eine Zigeunerin