Winter nicht so sehr zu fürchten wie vor dem leyten Aber jetzt will ich Sie nicht mehr lange auf halten Sie müssen recht müde sein Ich will Ihnen gleich Ihr Schlafzimmer zeigen Es liegt gleich neben meiner Stube Ich habe Ihnen ein kleines gegeben die sind nämlich alle gemütlicher als die großen Gemächer nach vorn heraus Die großen sind wohl prächtiger möbliert aber düster und fast unheimlich Ich wenigstens fühle mich nicht wohl darin Ich dankte ihr für die rücksichtsvolle Wahl die durchaus nach meinem Sinne war und schritt nun hinter ihr her eine schwere eichene Treppe hinauf die hohe vergitterte Fenster hatte und dadurch ein fast kirchliches Aussehen erhielt Eine dumpfe Luft wie in einem Gewölbe herrschte und ich war wirklich froh als ich in das mir angewiesene Zimmer trat Frau Fairfax wünschte mir Gutenacht ich verschloß meine Tür und hielt Umschau Das Stübchen machte einen sehr behaglichen Eindruck und ich fühlte mich darin vom ersten Augenblick an heimisch Dankbaren Herzens kniete ich am Bette nieder und betete zu dem dem ich Dank schuldete erflehte seine fernere Hilfe auf meinem Pfade und legte mich dann ruhig und zufrieden nieder Ich schlief rasch ein und erwachte erst als es heller Tag war Sorgfältig machte ich Toilette denn ich wollte bei aller Einfachheit doch sauber und nett aussehen Ich war mir wohl bewußt daß ich keine Schönheit war und in diesem Augenblick empfand ich es sogar als ein Unglück so klein und blaß zu sein so unregelmäßige scharfe Züge zu haben Dennoch als ich mein schwarzes Haar gekämmt eine reine weiße Halskrause angetan und mein dunkles Kleid schön glatt gestrichen hatte hoffte ich Frau Fairfax zu gefallen und auch meinem kleinen Zögling nicht gerade abstoßend zu erscheinen Ich stieg die eichene Treppe hinunter und trat in die Halle Jetzt erblickte ich was ich am Abend nicht hatte sehen können mehrere Gemälde an den Wänden offenbar Ahnen eines adeligen Geschlechts zweiBilder ein finster dreinschauender Mann in Rüstung und eine Dame mit gepudertem Haar fielen mir als besonders imposant ins Auge Eine große Wanduhr mit geschnitztem Gehäuse eine von der Decke herabhängende Bronzelampe verliehen der Halle einen stattlichen altertümlichen Zug Die Tür war halb aus Glas Ich trat hinaus und betrachtete von dem freien Platze aus die Front des Hauses Es war ein schöner Herbstmorgen die schon rot und gelb gefärbten Blätter der Bäume glühten im Sonnenschein Das Haus war drei Stockwerke hoch und sah mit seinen Zinnen auf dem Dache sehr malerisch aus Ein paar Krähen schwebten darüber hin Wie schon mobil rief eine Stimme und Frau Fairfax stand in der Tür Ich ging zu ihr und wurde mit einem herzlichen Händedruck begrüßt Nicht wahr Thornfield ist ein ganz stattlicher Herrensih fuhr sie fort Nur schade daß der Herr Rochester es so vernachlässigt und seine anderen Besitungen vorzieht Wer ist Herr Rochester fragte ich erstaunt Nun der Besiyer von Thornfield Wußten Sie nicht daß er Rochester heißt Woher hätte ich das wissen sollen Ich glaubte antwortete ich Thornfield sei Ihr Eigentum Gott