Tür und führte mich hinein Sie geleitete mich in eine viereckige Halle in die auf allen Seiten eine große Zahl von Türen mündete und dann in ein Zimmer das durch ein Kaminfeuer und durch Kerzen hell erleuchtet war Im ersten Moment blendete mich dieses Licht da ich solange im Finstern geweilt hatte Rasch aber gewöhnten sich meine Augen daran und ließen mich nun ein trauliches anheimelndes Bild erschauen Ein gemütliches Stübchen ein runder Tisch flackernde Glut im Ofen ein altmodischer Lehnstuhl und darin eine behäbige alte Dame in schwarzseidenem Kleide mit weißer Schürze und der Witwenhaube auf dem Kopfe ganz wie ich mir Frau Fairfax vorgestellt hatte ja noch leutseliger und gutmütiger Sie strickte und eine große Kate lag schnurrend zu ihren Füßen Schönen guten Abendlr rief sie mir entgegen Sie haben eine langweilige Fahrt hinter sich nicht wahr Und kalt muß Ihnen auch sein kommen Sie ans Feuer Habe ich die Ehre mit Frau Fairfax fragte ich Das bin ich Bitte Plat zu nehmen Dabei führte sie mich zu ihrem eigenen Stuhl band mir den Hut los und nahm mir das Umschlagetuch ab Ich bat sie sich meinetwegen nicht so viele Umstände zu machen Das sind ja keine Umstände antwortete sie Ihre Finger müssen steif sein von der Kälte Lea mach etwas Glühwein und ein paar Butterbrötchen Kommen Sie doch näher ans Feuer liebes Fräulein Ihr Gepäck wird inzwischen auf Ihr Zimmer gebracht Solch einen Empfang hatte ich nicht erwartet dachte ich bei mir doch freilich darf man nicht zu früh jubeln Das Dienstmädchen kam wieder und brachte die bestellten Erfrischungen Ich ließ mich nicht nötigen denn obwohl es meine Brotherrin war wie ich vermeinte welche mich mit so großer Aufmerksamkeit empfing fühlte ich dennoch dieser gutmütigen Matrone gegenüber nicht die leiseste Verwirrung Werde ich Fräulein Fairfax heute Abend noch sehen können fragte ich nach kurzem Schweigen Wie meinten Sie erwiderte die Alte Ich bin ein wenig schwerhörig Fräulein Fairfax rief sie als ich meine Frage wiederholt hatte O Sie meinen Ihre künftige Schülerin Die heißt Varens So dann ist es nicht Ihre Tochter Bewahre Ich bin ohne Familie Ich war ein wenig verwundert aber es schien mir unhöflich gleich am ersten Abend Fragen zu stellen und deshalb schwieg ich Frau Fairfax schwatte unbefangen weiter Wie froh bin ich Sie hier zu haben Nun hat man doch Gesellschaft da wird es angenehmer werden Freilich Thornfield ist ein prächtiger alter Herrensiz aber wenn man ganz allein ist fühlt man sich am schönsten Ort nicht wohl namentlich im öden Winter Mit den Dienstboten kann man halt doch nicht so ungeniert verkehren man muß sich stets den Respekt sichern Vom November bis zum Februar ist außer dem Schlächter und dem Postboten keine Menschenseele ins Haus gekommen und mir wurde schon ganz jchwermütig ums Herz Der Sommer hat 's dann wieder ein bißchen gebessert Im Herbst kam die kleine Adele Varens mit ihrer Wärterin Ein Kind bringt immer Leben mit sich Na und nun sind Sie hier da brauche ich mich vor diesem