ich bis spätestens um acht Uhr zurück sein Erst in der Nacht als ich auf meinem Stübchen allein war und keine Störung mehr zu befürchten brauchte zog ich den Brief hervor erbrach das Siegel und las Wenn J E die in ihrem Inserat genannten Fähigkeiten und Vorzüge wirklich besitzt und genügende Referenzen über ihren Charakter und ihre bisherige Tätigkeit aufgeben kann so wird ihr eine Stellung mit einem Gehalt von dreißig Pfund Sterling im Jahr geboten Zu unterrichten ist nur ein kleines Mädchen von noch nicht ganz zehn Jahren Referenzen Namen Adresse usw sind zu senden an Frau Fairfax Thornfield bei Millcote Ich betrachtete eingehend die Handschrift sie war altmodisch und unsicher wie sie bei alten Damen zu sein pflegt Das beruhigte mich denn ich hatte natürlich die Befürchtung gehegt durch mein eigenmächtiges Handeln an die falsche Adresse zu geraten in schlechte Hände zu fallen Daß mir nun eine ältliche Dame antwortete erfreute mich und ich sah sie förmlich vor mir sityen diese Frau Fairfax im schwarzen Kleide mit der Witwenhaube Millcote war mir aus der Heimatsgeographie her bekannt es war eine große Fabrikstadt bedeutend näher an London gelegen als Lowood Alm folgenden Tage teilte ich der Vorsteherin mit daß ich eine neue Stellung in Aussicht hätte in der ich das doppelte Gehalt als bisher erhalten würde und bat sie bei Herrn Brocklehurst oder dem Verwaltungskomitee um meine Entlassung nachzusuchen Diese Herren hielten es für nötig erst an Frau Reed zu schreiben da sie mein natürlicher Vormund sei Von dort kam dann die Antwort ich könne ganz nach Belieben handeln da Frau Reed längst jeden Anteil an meinen Angelegenheiten aufgegeben habe Nach ganz unnötiger Verzögerung erhielt ich endlich die Erlaubnis meine Stellung zu verbessern wenn sich mir Gelegenheit dazu böte Nachdem abermals eine volle Woche verflossen war erhielt ich ein Zeugnis über meine Fähigkeiten schickte eine Abschrift davon an Frau Fairfax und wurde brieflich aufgefordert mich binnen vierzehn Tagen bei ihr einzufinden um meinen Posten als Erzieherin anzutreten Die vierzehn Tage vergingen nun sehr schnell da ich mit den Vorbereitungen zu meiner Abreise alle Hände voll zu tun hatte Endlich war die bedeutsame Stunde gekommen Im schwarzen Kleide mit Muff Hut und Handschuhen stand ich reisefertig da Ich versuchte mich zu beruhigen aber es war mir nicht möglich ich war zu heftig erregt Schloß doch mit dieser Stunde eine Phase meines Lebens ab und eine neue sollte beginnen eine neue von welcher ich noch nicht wußte ob sie gut oder böse für mich ablaufen würde Während ich in fieberhafter Ungeduld wartete wurde mir mitgeteilt daß jemand nach mir gefragt hätte Das ist jedenfalls ein Bote aus Thornfield dachte ich und ging ins Sprechzimmer Eine Frau stand dort gekleidet wie eine herrschaftliche Dienerin schon etwas ältlich doch noch hübsch und frisch Ja sie ist es rief eine Stimme die mir bekannt vorkam Fräulein Johanna Sie haben mich doch nicht ganz vergessen Bessie rief ich und umarmte sie während sie sogleich einen kleinen Buben der am Ofen stand heranzog Das ist mein