zu fördern weil ich mir sagte daß St John einmal im Besitz dieses großen Vermögens mindestens ebensoviel Gutes stiften könne wie als Missionar in Indien wo er unter der tropischen Sonne rasch hinwelken würde Soweit ich die Dinge beurteilen kann sagte ich kurzweg wäre es überhaupt das ratsamste Sie sicherten sich anstelle einer Kopie das Original Er hatte sich jetzt einen Stuhl genommen und betrachtete das Bild mit unverhohlener Zärtlichkeit Ob sie mich liebt murmelte er Ganz gewiß antwortete ich sie spricht fortwährend von Ihnen das ist ihr Lieblingsthema Und ihr Vater schätzt Sie sehr hoch Sie sollten sie wirklich heiraten Seltsam erwiderte er Ich liebe sie auch grenzenlos leidenschaftlich und doch habe ich das feste klare Bewußtsein daß ich nicht glücklich mit ihr werden würde daß sie nicht die Lebensgefährtin sei die zu mir paßt daß unsere Ehe binnen Jahresfrist schon in Scherben gehen müsse Auf die Seligkeit dieser kurzen Frist würde dann das Elend die Reue eines langen Lebens folgen Ein Teil meines Herzens ist empfänglich und begeistert für ihre Reize und Vorzüge der andere Teil fühlt sich verletzt durch ihre Mängel und Fehler Rosamund eine Dulderin eine Märtyrerin eine Missionarsfrau Nein nimmermehr Aber Sie brauchen doch gar nicht Missionar zu werden Das würden Sie dann eben aufgeben Aufgeben wiederholte er starr Meinen Beruf Mein Werk Den Grundstein den ich hienieden für eine Wohnung dort droben gelegt habe Nein Mein Vorsatz ist mir teurer als das Blut in meinen Adern Und Fräulein Oliver warf ich ein Bedeutet ihr Kummer Ihnen gar nichts Sie hat ein Heer von Schmeichlern um sich her s versetzte er Sie wird mich bald vergessen und einen Mann heiraten der sie glücklicher machen wird als ich es könnte Dennoch erröten Sie jedesmal wenn Fräulein Oliver in die Schule kommt Wohl wahr allein ich verachte diese Schwäche ich finde sie selbst unedel an mir Sie dringt indessen nicht in die Tiefe meiner Seele der Grund darinnen ist fest Erkennen Sie mich als das was ich im Grunde bin ein kalter harter Mann Meine Leiterin ist die Vernunft nicht das Gefühl Mein Ehrgeiz kennt keine Grenzen Mein Verlangen höher zu steigen mehr zu vollbringen als andere Menschen ist unersättlich Ich bringe ihm alles zum Opfer Er warf noch einen letzten Blick auf das Porträt und murmelte Sie ist sehr schön Rosamund Sie trägt ihren Namen mit Recht Rose der Welt Und soll ich ein zweites für Sie malen fragte ich nochmals Cui bono ” versetzte er Nein Er breitete den Bogen weißen Papiers den ich beim Malen unterlegte um das Bild selbst nicht zu beschmutzen über das Porträt Was er plötzlich auf diesem weißen Blatt entdeckte kann ich nicht sagen Aber irgend etwas war ihm aufgefallen Er hob es hastig auf besah den Rand guckte mich ganz eigentümlich an öffnete die Lippen als wollte er sprechen und sagte dann doch nichts Was haben Sie denn fragte ich Nichts gar nichts stieß er hervor Dabei riß er verstohlen ein Stück von dem Rande des Blattes ab verbarg