Bruder trennen müßten Er verfolgt große Pläne und wird ihnen alles opfern auch die Liebe zu seinen Schwestern sagte sie Er ist nicht so ruhig wie er aussieht Johanna ein wildes Fieber verzehrt ihn Und dennoch erlaubt mir mein Gewissen nicht ihm von seinen Entschlüssen abzuraten ich kann ihn nicht tadeln Was er unternehmen will ist edel und christlich wenn es auch mir und Mary fast das Herz bricht Wir haben keinen Vater mehr und werden nun auch bald keinen Bruder mehr haben setzte Mary hinzu In diesem Augenblick trat St John mit einem Briefe herein Eben schreibt man mir sagte er daß unser Onkel John gestorben ist Beiden Schwestern schien diese Nachricht weniger des Verlustes wegen als aus einer andern Ursache Schmerz zu bereiten Sie sahen ihren Bruder bestürzt an und fragten dann einstimmig Und was nun Lies sagte St John ruhig und warf Diana den Brief in den Schoß Sie überflog ihn und reichte ihn Mary die ihn las und dem Bruder zurückgab Dann sahen sich alle drei mit traurigem Lächeln an Nun wenn auch sagte Diana wir haben noch zu leben Wir stehen deshalb nicht schlechter da meinte Mary St John legte den Brief zusammen steckte ihn ein und ging hinaus Du wunderst dich gewiß über uns Johanna sagte Diana hierauf Aber wir haben diesen Onkel nie kennen gelernt Es war ein Bruder von unserer Mutter Vor vielen Jahren hat er sich mit unserem Vater entzweit Auf seinen Rat nämlich spekulierte der Vater an der Börse und verlor dabei einen Teil seines Vermögens Der Onkel hat nun später mehr Glück gehabt und ein Vermögen von zwanzigtausend Pfund erworben Er ist nicht verheiratet gewesen und wir und noch eine einzelnstehende Person die ihm aber auch nicht näher steht als wir sind seine einzigen Verwandten Hier schreibt man uns nun daß er sein ganzes Geld bis auf 80 Pfund dieser andern Person hinterlassen hat Die 80 Pfund sollen wir drei Mary ich und St John unter uns teilen Wir hatten ja kein Recht uns Hoffnung auf sein Geld zu machen aber nun sind wir doch ein wenig enttäuscht Wenn er uns Schwestern auch nur tausend Pfund vermacht hätte würden wir uns für reich gehalten haben Auch St John hätte diese Summe sehr gut brauchen können angesichts dessen was er vorhat Am folgenden Tage zog ich nach Morton Diana und Mary traten die Reise in ihre Stellungen an Hannah kam auf den Pfarrhof und das alte Moor-Haus stand leer Der Missionar Eine Hütte war nun mein Heim ein kleiner Raum mit weißgetünchten Wänden ein mit Sand bestreuter Fußboden vier gestrichene Stühle ein Tisch eine Uhr ein Schrank mit ein paar Tellern und Schüsseln ein Teeservice das war die Einrichtung meiner Küche Darüber lag ein ebenso großes oder richtiger ebenso kleines Gemach mit einem Bett und einer Kommode Zum Lohn für ihre Hilfe hatte ich an diesem ersten Tage der kleinen Waise die mir als Dienstmädchen zur Seite stand eine Apfelsine geschenkt Nun war sie fort und ich allein an meinem