Hoffnung Etwas von Herrn Rochester zu sehen bald erfand sie diesen oder jenen Vorwand die Treppe hinab zu geben und wie ich schlau vermutheie das Bibliothekzimmer aufzusuchen wo wie ich wußte man sie nicht brauchen konnte Wurde ich nun etwas böse und brachte ich sie einmal zum Sitzen so sprach sie unaufhörlich von ihrem ami Monsieur lelouarä airkür Ich hatte seine Vornamen noch nie gehort und stellte Vermuthungen über die Geschenke an die er ihr wohl mitgebracht denn wie es scheint so hatte er den Abend zuvor einen Wink darüber fallen lassen daß wenn sein Gepäck von Millcote kommen würde so würde sich darin eine kleine Schachtel finden deren Inhalt ihr nicht unerwünscht sein dürfte Madlemoiselle Ich speiste mit meiner Schülerin wie gewöhnlich im Zimmer der Mistreß Fairfax zu Mittag da der Nachmittag stürmisch war und das Schneegestöber jeden Spaziergang unmöglich machte so blieben wir in dem Schulzimmer Mit einbrechender Dunkelheit gab ich Adelen die Erlaubniß Bücher und Arbeit wegzulegen und die Treppe hinabzugehen denn aus der verhältnißmäßigen Stille die unten eingetreten war so wie daraus daß die große Klingel an der Hausthür sich nicht mehr hören ließ schloß ich daß Herr Rochester nun frei sei Als ich allein war ging ich an das Fenster aber von dort aus ließ sich schlechterdings Nichts sehen die Dämmerung und die Schneeflocken verdichteten die Luft und ließen nicht einmal die Geräuche auf dem Rasenplatze mehr erkennen Ich ließ den Vorhang herab und ging an das Kamin zurück In den hellen glühenden Köhlen stellte sich meinem Auge eine Ansicht dar nicht unähnlich einem Gemälde von dem Heidelberger Schlosse am Rhein das ich mich erinnerte gesehen zu haben Als Mistreß Fairfax herainkam und durch ihren Eintritt die feurige Mosaikarbeit unterbrach die ich mir zusammensetzte und zugleich einige allzu schwere unwillkommene Gedanken zerstreute die sich mir in meiner Einsamkeit aufzudrängen begannen Es wäre Herrn Rochester lieb wenn Sie und Ihre Schülerin mit ihm diesen Abend im Gesellschaftszimmer den Thee trinken wollten sagte sie er ist den ganzen Tag so sehr beschäftigt gewesen daß er Sie noch nicht früher hat zu sich bitten lassen können Wann trinkt er seinen Thee fragte ich Um sechs Uhr auf dem Lande steht er früh auf und geht er früh zu Bette Sie würden gut daran thun wenn Sie sich jetzt umkleideten ich will Ihnen helsfn hier ist ein Licht Muß ich ein anderes Kleid anziehen Ja Sie werden wohl daran thun ich kleide mich für den Abend stets besser an wenn Herr Rochester hier ist Diese Ceremonie kam mir etwas steif vor dennoch begab ich mich in mein Zimmer und vertauschte mit Mistreß Fairfax 's Hülfe mein schwarzes Zeugkleid mit einem andern von schwarzer Seide dem besten und einzigen das ich noch hatte neben einem hellgrauen das mir nach meinen von Lowood mitgebrachten Ansichten als zu schön und fein vorkam um bei andern als besonders feierlichen Gelegenheiten getragen zu werden Sie brauchen noch eine Broche sagte Mistress Fairfax Ich hatte eine mit einer einzigen kleinen Perle verzierte welche Miß Temple