sogleich abnehmen mußte Das andere Auge wurde ganz entzündet und so verlor er auch dieses Er ist jetzt in der That hülflos — blind und ein Krüppel.’ ‘Wo ist er wo wohnt er jetzt ’ ‘Zu Ferndean einem Herrenhause das er auf einem Gute etwa dreißig Meilen von hier besitzt es ist ein ganz unwirthbarer Ort.’ ‘Wer ist bei ihm ’ ‘Der alte John und dessen Frau er will sonst Niemand um sich haben Er ist sagt man ganz niedergeschlagen und wie vernichtet.’ ‘Haben Sie ein Fuhrwerk ’ ‘Wir haben eine Kutsche Ma’am eine recht hübsche Kutsche.’ ‘So lassen Sie alsbald anspannen und wenn Ihr Kutscher mich noch heute vor Nacht nach Ferndean bringt so zahle ich Ihnen und ihm das Doppelte was Sie gewöhnlich verlangen.’ Siebenunddreißigstes Kapitel Das Herrenhaus zu Ferndean war ein Gebäude von hohem Alter mäßiger Größe und keinen architektonischen Ansprüchen es lag tief in einem Wald begraben Ich hatte zuvor davon gehört Herr Rochester sprach oft davon und ging bisweilen dahin Sein Vater hatte das Gut der Jagd gekauft Er würde das Haus vermiethet haben konnte aber keinen Miethsmann finden in Folge der ungesunden Lage desselben Ferndean blieb daher unbewohnt und unmöbliert mit alleiniger Ausnahme zweier over dreier Zimmer welche für den Squire hergerichtet wurden wenn derselbe zur Jagdzeit dahinging In diesem Hause kam ich gerade vor Einbruch der Nacht an einem Abende der durch einen trüben Himmel einen kalten Wind und einen unaufhörlich herabfallenden feinen aber durchdringenden Regen besonders unfreundlich wurde Die letzte Meile machte ich zu Fuß nachdem ich die Kutsche und den Kutscher mit dem von mir versprochenen Lohne weggeschickt hatte Selbst ganz in der Nähe des Herrenhauses konnte man noch Nichts darin sehen so dicht und finster war der Wald in dem es stand Ein eisernes Thor zwischen Granitsäulen zeigte mir den Eingang und als ich durch dasselbe ging fand ich mich mit einem Male in der Dämmerung dicht bei einander stehender Bäumen Ich fand mich auf einem mit Gras überwachsenen vom Walde herabführenden Fußweg der zwischen graulichen und knotigen Stämmen und unter Bogen welche durch die Aeste gebildet wurden hinlief Ich ging auf demselben fort in der Erwartung bald das Gebäude zu erreichen aber er zog sich immer weiter fort wand sich immer weiter hin und keine Spur von einer Wohnung oder von Anlagen um dieselbe her war zu sehen Ich glaubte ich hätte nicht den rechten Weg eingeschlagen und mich verirrt Immer finsterer wurde es um mich her theils weil der Abend immer mehr vorrückte theils weil das Dunkel des Waldes immer düsterer wurde ich sah mich um um einen andern Weg zu suchen Aber es war keiner zu suchen überall nichts als Bäume die mit ihren Aesten und ihrem rechten Laub sich ineinander verwoben nirgends eine Eingang oder ein Ausgang Ich ging auf dem Wege fort endlich wurde er etwas offener die Bäume standen ein wenig dünner nach einer Weile sah ich ein Geländer und dann ein Haus das ich bei diesem düstern Lichte kaum von den Bäumen zu