zu finden.’ Es war am ersten Juni doch war der Morgen umwölkt und etwas kalt der Regen schlug stark an mein Fenster Ich hörte die Vorderthür auf und St John hinausgehen Indem ich durch das Fenster blickte sah ich ihn den Garten durchschreiten Er schlug den Weg über die nebligen Moore in der Richtung von Whitcroß ein dort wollte er den Eilwagen besteigen ‘In wenigen Stunden werde ich Dir auf diesem Wege nachfolgen Vetter ’ dachte ich auch ich muß zu Whitcroß auf einen Eilwagen warten auch ich muß in England Jemand aufsuchen ehe ich es für immer verlasse.’ Es waren nur noch zwei Stunden bis zur Zeit des Frühstücks Ich füllte die Zwischenzeit damit aus daß ich in meinem Zimmer leise aus und abging und über den Vorfall nachdachte der meinen Plänen ihre gegenwärtige Richtung gegeben hatte Ich erlaubte mir jene innere Empfindung die mich durchdrungen wieder ins Gedächtniß zurück denn ich konnte sie mir wieder ins Gedächtniß zurückrufen mit all ihrer nicht mit Worten auszudrückenden Seltsamkeit Ich rief mir wieder die Stimme in 's Gedächtniß zurück die ich gehört hatte abermals fragte ich mich woher sie gekommen und abermals so vergebens wie zuvor sie schien aus mir nicht von Außen her gekommen zu sein Ich fragte mich ob es ein bloßer nervöser Eindruck — eine Illusion gewesen Ich konnte es nicht begreifen noch glauben es war mehr wie eine Inspiration Das wunderbare Gefühl war plötzlich gekommen wie das Erdbeben welches das Fundament des Kerkers des heiligen Paulus und des Silas erschütterte es hatte die Thüren der Zelle der Seele geöffnet und deren Bande gelöst — es hatte sie aus ihrem Schlafe geweckt aus dem sie zitternd horchend von Grauen betroffen sich aufraffte sodann ertönte dreimal ein Schrei vor meinem aufgeschreckten Ohre und in meinem zitternden Herzen und durch meinen Geist hin der sich weder fürchtete noch bebte sondern freudig jauchzte über den Erfolg einer einzigen Anstrengung die er hatte machen dürfen unabhängig von dem schwerfälligen Körper Ehe viele Tage vergehen ’ sagte ich als ich mit meinem Nachdenken zu Ende war werde ich Etwas von ihm wissen dessen Stimme in vergangener Nacht mich zu sich zu rufen schien Briefe haben Nichts genützt nun will ich mich in eigener Person erkundigen.’ Beim Frühstück kündigte ich Dianen und Mary an daß ich eine kleine Reise zu machen hätte und wenigstens vier Tage abwesend sein würde 'Allein Jane ’ fragten sie Ja ’ sagte ich ich müsse nach einem Freunde wegen dessen ich seit einiger Zeit sehr unruhig gewesen mich erkundigen und wo möglich ihn sprechen.’ Sie hätten nun wie sie ohne Zweifel auch dachten sagen können wie sie glaubten daß ich keine Freunde hätte außer ihnen denn ich hatte in der That oft so gesprochen mit ihrer wahren natürlichen Zartheit aber enthielten sie sich aller Bemerkungen nur fragte mich Diana ob ich mich auch wohl genug fühle um eine Reise zu unternehmen Ich sehe sehr blaß aus bemerkte sie Ich erwiederte es fehle mir Nichts nur sei mein Geist sehr