ebenso wenig wie Ihr oder Eure jungen Damen.’ Nach einer Pause sagte sie ‘Das verstehe ich nicht ich denke doch Sie haben weder Haus noch Geld.’ Der Mangel an Geld oder an einem Hause macht mich noch nicht zu einer Bettlerin in Eurem Sinne des Worts.’ Sind Sie gelehrt in den Büchern ’ fragte sie nach einer Weile ‘Ja recht gelehrt.’ ‘Aber Sie sind nie in einer Erziehungsanstalt gewesen.’ ‘Acht Jahre bin ich in einer solchen gewesen.’ Sie machte ihre Augen weit auf ‘Warum können Sie alsdann nicht selbst für Ihre Bedürfnisse sorgen ’ Ich habe mich selbst ernährt und werde es zuversichtlich ferner thun — Was wollt Ihr mit diesen Stachelbeeren da machen ’ fragte ich als sie einen Korb voll von dieser Frucht hervorlangte Ich will sie zu Pasteten verbacken.’ Gebt mir sie ich will sie auslesen und reinigen.’ Nein nein Sie dürfen Nichts than ich brauche Sie nicht.’ Aber ich muß Etwas thun Gebt mir sie nur.’ Endlich willigte sie ein ja sie brachte ein reines Handtuch damit ich dasselbe über mein Kleid breite um wie sie sagte dasselbe nicht zu beschmutzen Sie sind wie ich an Ihren Fingern sehe nicht an Handarbeit gewöhnt ’ bemerkte sie Vielleicht sind Sie eine Kleidermacherin ’ ‘Nein Ihr irrt Euch Und nun zerbrecht Euch nicht weiter den Kopf wegen meiner aber sagt mir den Namen des Hauses wo wir sind.’ Einige nennen es Marsh-End Andere aber Moor-House.’ Und der Herr der hier wohnt heißt Herr St John.’ Nein er wohnt nicht hier er hält sich hier nur eine kurze Zeit auf Wenn er daheim ist so ist er in seiner Gemeinde zu Morton.’ In dem Dorfe einige Meilen von hier ’ ‘Ja.’ Und was ist er ’ ‘Er ist Pfarrer.’ Ich erinnerte mich der Antwort der alten Haushälterin im Pfarrhause als ich mit dem Geistlichen hatte sprechen wollen So war denn dieß der Wohnort seines Vaters ’ ‘Ja ja der alte Herr Rivers hat hier gewohnt und dessen Vater und Großvater und Urgroßvater vor ihm.’ Dieser Herr heißt also St John Rivers ’ Ja St John ist wie sein Taufname.’ Und seine Schwestern heißen Diana und Mary Rivers ’ ‘Ja.’ Ist Ihr Vater todt ’ Es sind nun gerade drei Wochen daß er am Schlage gestorben ist.’ ‘Sie haben keine Mutter ’ ‘Die Frau vom Hause ist schon seit vielen Jahren todt.’ Seid Ihr schon lang bei der Familie ’ Ich bin hier nun schon dreißig Jahre Ich habe sie alle drei aufgezogen.’ Das beweist daß Ihr hier eine ehrliche und treue Dienerin gewesen sein müßt Ich will das zu Eurem Lobe sagen obgleich Ihr so unhöflich gewesen seid mich eine Bettlerin zu heißen.’ Abermals sah sie mich mit einem starren Blicke worin sie ihr Erstaunen kund gab an Am Ende sagte sie Ich glaube ich habe mich in meiner Meinung von Ihnen ganz geirrt aber es laufen so viele Betrüger und Gauner herum daß Sie mir vergeben müssen.’ ‘Und ob Ihr gleich ’ fuhr ich etwas strenge fort ‘mich