in langen silberfarbigen Säulen Der Mond schien friedlich Nun ’ sagte Herr Rochester mir fragend in die Augen schauend ‘wie befindet sich nun meine Jane ’ ‘Die Nacht ist heiter Sir und so bin auch ich.’ ‘Und Sie werden heute Nacht nicht von Trennung und Kummer träumen sondern von glücklicher Liebe und wonniger Verbindung Diese Prophezeiung wurde nur zur Hälfte erfüllt ich träumte zwar nicht von Kummer aber ebenso wenig träumte ich auch von Freude denn ich schlief gar nicht ein Die kleine Adele in meinen Armen beobachtete ich den Schlummer der Kindheit einen Schlummer so ruhig so leidenschaftlos so unschuldig — und erwartete den Tagesanbruch und mit der aufgehenden Sonne stand auch ich auf Ich erinnere mich daß Adele an mir hing als ich sie verließ ich erinnere mich daß ich sie küßte als sie ihre Händchen von meinem Nacken losmachte und ich weinte über ihr in seltsamer Aufregung und verließ sie weil ich befürchtete mein Schluchzen möchte ihre tiefe gesunde Ruhe stören Sie schien das Sinnbild meines vergangenen Lebens zu sein und er vor dem ich nun bald im Hochzeitgewande erscheinen sollte das gefürchtete aber angebetete Abbild meiner unbekannten künftigen Tage Sechsundzwanzigstes Kapitel Sophie kam um sieben Uhr um mich anzukleiden sie brauchte in der That sehr lange um ihre Aufgabe zu lösen so lange das Herr Rochester wahrscheinlich aus Ungeduld über mein Ausbleiben heraufschickte und fragen ließ warum ich nicht käme Sie machte eben meinen Schleier zurecht nun doch des schlichten viereckigen Blondenschleier und befestigte ihn mit einer Broche in meinen Haaren sobald ich konnte entzog ich mich ihnen Händen um hinabzueilen ‘Halten Sie ’ rief sie in französischer Sprache ‘sehen Sie doch nur auch in den Spiegel Sie haben noch nicht einen Blick in denselben geworfen.’ Ich wandte mich daher noch an der Thür um und sah eine in einem prächtigen Gewande steckende verschleierte Gestalt so unähnlich meiner eigenen Person wie diese gewöhnlich erschien daß sie fast wie eine Fremde aussah ‘Jane ’ rief eine Stimme und sich eilte hinab Am Fuße der Treppe wurde ich von Herrn Rochester empfangen Wo bleiben Sie doch so lang ’ sagte er ‘mein Gehirn brennt vor Ungeduld.’ Er nahm mich in das Speisezimmer sah mich von Kopf bis zu Füßen an und erklärte mich für so schön wie eine Lilie und nannte mich nicht bloß den Stolz seines Lebens sondern auch den Wunsch seiner Augen Nach einer Weile sagte er mir er könne mir bloß zehn Minuten zum Frühstück geben und klingelte Einer der Diener die in jüngster Zeit angenommen worden waren erschien Setzt John den Wagen in den Stand ’ Ja Sir.’ Ist das Gepäck herunter ’ ‘Eben bringt man es herab Sir.’ Geh’ nach der Kirche sieh nach ob Herr Wood der Pastor und der Küster dort sind und sei bald wieder hier.’ Die Kirche lag wie der Leser weiß hart vor dem Thore der Lakai war alsbald wieder da Herr Wood ist in der Sakristei und legt sein Chorhemd an.’ ‘Und der Wagen ’ ‘Man schirrt