brachte an denen ich Interesse nahm Der Wagen hielt vor dem Hause an die Thürglocke ertönte laut und der Neuangekommene ward eingelassen Da mich Alles dieses Nichts anging so fand meine müssige Aufmerksamkeit bald einen interessanteren Anziehungspunkt an dem Schauspiele eines kleinen hungrigen Rothkehlchens das hergeflogen kam und auf den Zweigen des hart an der Mauer in der Nähe des Fensters stehenden unbelaubten Kirschbaums zirpte Die Ueberreste meines aus Brod und Milch bestehenden Frühstücks standen noch auf dem Tische ich zerbröckelte ein Stückchen Brod und suchte eben das Schiebfenster zu öffnen um die Krumen auf die äußere Fensterbank zu legen als Bessie in die Kinderstube hereingelaufen kam Miß Jane nehmen Sie Ihre Schürze ab was thun Sie da Haben Sie Ihre Hände und Ihr Gesicht schon gewaschen ’ Ich zog noch einmal an dem Schiebfenster ehe ich antwortete denn ich wollte gern dem Vogel sein Brod sichern das Schiebfenster ging auf ich streute die Krumen theils auf die steinerne Fenßterbank theils ließ ich sie auf den Kirschbaum hinabfallen sodann machte ich das Fenster wieder zu und erwiederte Nein Bessie eben erst bin ich mit dem Abstäuben fertig geworden.’ Lästiges nachlässiges Kind und was machen Sie jetzt Sie sehen ja ganz roth aus als ob Sie irgend Etwas hätten anstellen wollen warum haben Sie das Fenster aufgemacht Die Mühe der Antwort wurde mir erspart denn Bessie schien zu sehr in der Eile zu sein um auf Erklärungen zu hören sie zerrte mich zum Waschtische hin rieb mir Gesicht und Hände unbarmherzig wenn auch glücklicher Weise nur kurze Zeit mit Seife Wasser und einem groben Handtuch brachte mein Haar mit einer harten Bürste in Ordnung nahm mir die Schürze ab und führte mich dann im Sturmschritt an die Treppe und hieß mich unverweilt hinabgehen da man mich im Frühstückzimmer erwarte Ich hätte gern gefragt wer denn mit mir sprechen wolle und ob Mistreß Reed da sei aber Bessie hatte sich bereits entfernt und die Thüre der Kinderstube hinter sich geschlossen so ging ich denn langsam hinunter Fast drei Monate lang hatte Mistreß Reed mich nicht zu sehen verlangt so lange auf die Kinderstube beschränkt hatte ich das Frühstück das Speise und das Gesellschafts-Zimmer als Schrecken erregende Regionen anzusehen gelernt die ich nicht zu betreten wagte Ich stand nun in der leeren Halle vor mir war die Thüre des Frühstückzimmers und schüchtern und zitternd blieb ich stehen Zu welch’ feigem Geschöpfe hatte mich nicht damals die Furcht die aus einer ungerechten Strafe entstanden war gemacht Ich fürchtete mich in die Kinderstube zurückzugehen ich fürchtete mich in das Empfangszimmer zu treten wohl zehn Minuten stand ich in aufgeregter Unschlüssigkeit da das heftige Klingeln das aus dem Frühstückszimmer kam brachte mich endlich zu einem Entschlusse ich sagte bei mir selbst ich müsse nun eintreten ‚Wer ist es wohl der mich rufen läßt ’ fragte ich mich als ich mit beiden Händen den hart gehenden Drücker erfaßte der einige Sekunden lang allen meinen Anstrengungen widerstand Wen werde ich wohl außer der Tante Reed in dem Zimmer