und ihr bei meinem Tode Alles zu vermachen was ich besitze.’ ‘Ich bin Madame u s w u s w John Eyre Madeira.’ Der Brief war schon drei Jahre alt Warum habe ich nie hievon gehört ’ fragte ich Weil ich einen zu fest sitzenden und zu gründlichen Widerwillen gegen Dich hatte als daß ich hätte dazu beitragen wollen Dein Glück und Deinen Wohlstand zu begründen Ich konnte Dein Benehmen gegen mich nicht vergessen Jane die Wuth womit Du Dich einst gegen mich gewendet hast den Ton worin Du mir erklärst von allen Menschen auf der Erde verabscheuest Du mich am Meisten den unkindlichen Blick und die Stimme womit Du versichertest daß schon der Gedanke an mich Dir Uebelkeit verursache und behauptetest ich hätte Dich mit abscheulicher Grausamkeit behandelt Ich konnte meine eigenen Empfindungen als Du Dich so erhobst und das Gift Deines Geistes ausschüttetest nicht vergessen es bewältigte sich meiner eine Furcht als ob ein Thier das ich geschlagen oder gestoßen mich mit Menschenaugen angesehen und mich mit einer Menschenstimme verflucht hätte Hol’ mir Wasser O eile doch ’ Theure Mistreß Reed ’ sagte ich indem ich ihr den verlangten Trunk reichte ‘denken Sie nicht mehr an all’ Das schlagen Sie es sich aus dem Sinne Vergeben Sie mir meine leidenschaftliche Sprache dazumal war ich ein Kind seit jenem Tage sind acht sind neun Jahre verflossen.’ Sie hörte auf Nichts von Allem was ich sagte als sie aber das Wasser versucht und Athem geschöpft hatte fuhr sie also fort Ich sage Dir ich konnte es nicht vergessen und nahm Rache dafür den Gedanken daß Du von Deinem Oheim adoptirt und in einen Zustand der Behaglichkeit und der Sorgenfreiheit versetzt werden solltest konnte ich schlechterdings nicht ertragen Ich schrieb an ihn ich sagte es thue mir leid daß er sich in seiner Hoffnung getäuscht finden müsse aber Jane Eyre sei todt das Typhusfieber hätte sie zu Lowood dahingerafft Handle nun wie Du magst schreib und widersprich meiner Angabe — setze meine Falschheit auseinander wie Du magst Du bist wie ich glaube zu meiner Qual geboren meine letzte Stunde ist verbittert durch die Erinnerungen an eine That die ich ohne Dich nie versucht gewesen wäre zu begehen.’ Wenn ich Sie doch nur überreden könnte Tante nicht mehr daran zu denken und mich mit Gefühlen zu betrachten die von Güte und Versöhnlichkeit zeugten —’ Du hast eine sehr schlechte Gemüthsart ’ sagte sie eine Gemüthsart die ich noch in dieser Stunde nicht zu begreifen vermag Wie Du neun Jahre lang Dir jede Behandlung gefallen lassen und dazu schweigen und im zehnten plötzlich in Feuer und Wuth ausbrechen konntest das kann ich nimmermehr begreifen.’ Meine Gemüthsart ist nicht so schlecht wie Sie glauben ich bin leidenschaftlich aber nicht rachsüchtig Noch als kleines Kind wäre ich gar oft froh gewesen Sie zu lieben wenn ich hätte dürfen und jetzt habe ich die größte Sehnsucht mich mit Ihnen zu versöhnen küssen Sie mich Tante.’ Ich näherte meine Wange ihren Lippen sie wollte sie aber nicht