sich.’ Die Laube war eine mit Epheu bekleidete Wö bung in der Mauer darin war eine einfache ländliche Bank Herr Rochester setzte sich darauf ließ aber noch Platz für m ch Ich blieb vor ihm stehen Setzen Sie sich ’ sagte er die Bank ist groß genug für zwei Sie tragen doch hoffentlich kein Bedenken sich neben mich zu setzen Oder wäre es wohl unrecht Jane ’ Ich antwortete ihm damit daß ich neben ihm Platz nahm ich fühlte daß es unweise wäre sein Anerbieten auszuschlagen Nun meine kleine Freundin während die Sonne den Thau auftrinkt während alle Blumen in diesem alten Garten erwachen und sich öffnen und die Vögel für ihre Jungen das Morgenbrod holen und die früh erwachten Bienen ihr erstes Tagewerk verrichten — will ich ihnen einen Fall vorlegen Sie müssen es versuchen sich ihn als Ihren eigenen vorzustellen zuerst aber sehen Sie mich an und sagen Sie mir das Sie in Ihrem Gemüthe ruhig sind — daß Sie nicht fürchten ich habe Unrecht Sie hier zurückzuhalten oder Sie hier zu bleiben.’ Nein Sir ich bin es zufrieden.’ Wohlan denn Jane rufen Sie Ihre Phantasie zu Hülfe denken Sie sich einmal Sie seien kein wohlerzogenes und wohlgeschnultes Mädcben mehr sondern ein wilder Knabe dem man von Kindesbeinen an Alles nachgesehen denken Sie sich Sie seien in einem fernen fremden Lande denken Sie sich ferner Sie begingen dort einen großen schweren Fehler gleichviel von welcher Art und aus welchen Beweggründen aber immerhin einen Fehler dessen Folgen Sie durch’s Leben begleiten und Ihr ganzes Dasein beflecken und verdüstern müssen Merken Sie sich wohl ich sage nicht Verbrechen ich spreche nicht von vergossenem Blut oder irgend einer andern strafbaren Handlung die den Schuldigen dem Arme der Justiz überliefern müßte ich sage Fehler Die Folgen dessen was Sie gethan werden für Sie mit der Zeit völlig unerträglich Sie thun alles Mögliche um sich Erleichterung zu verschaffen Sie ergreifen Maßregeln die ungewöhnlich sind aber weder ungesetzlich noch strafbar Aber immer bleiben Sie elend denn die Hoffnung ist von Ihnen gerade an den Grenzen des Lebens geschieden Ihre Sonne verdunkelt sich in einer Finsterniß die wie Sie fühlen Sie nicht verlassen wird bis jene untergeht Bittere und erniedrigende Gedanken sind die einzige Nahrung Ihres Gedächtnisses geworden Sie gehen dahin und dorthin Ruhe in der Verbannung suchend Glück im Vergnügen ich meine in herzlosem sinnlichem Vergnügen in einem Vergnügen das den Verstand abstumpft und das Gefühl vernichtet Müde und zerknickt an Herz und Seele kommen Sie nach Jahren freiwilliger Verbannung in Ihre Heimath zurück Sie machen eine neue Bekanntschaft — einerlei wie oder wo Sie finden in dieser Fremden viele jener guten und glänzenden Eigenschaften die Sie zwanzig Jahre lang gesucht und nie gefunden haben und alle sind sie frisch gesund mackellos und ohne Flecken Solche Gesellschaft erweckt Sie zu neuem Leben Sie fühlen daß bessere Tage kommen höhere Wünsche reinere Gefühle Sie wollen Ihr Leben wieder von vorn anfangen und die noch übrigen Tage in einer eines unsterblichen Wesens würdigeren Weise zubringen Dürfen