Eshton Ich wunderte mich sie diesem Blicke der mir so durchdringend schien ruhig begegnen zu sehen ich erwartete das ihre Augen sich senken die Farbe ihrer Wangen und Stirnen sich erhöhen würde und doch war ich froh als ich fand daß sie in keiner Weise bewegt wurden Er ist für sie nicht was er für mich ist ’ dachte ich er ist nicht von ihrer Art Ich glaube er ist von meiner ich weiß es gewiß ich fühle mich mit ihm verwandt ich verstehe die Sprache seines Gesichts und seiner Bewegungen obgleich Rang und Reichthum uns weit von einander trennen so habe ich doch Etwas in meinem Kopf und in meinem Herzen in meinem Blute und in meinen Nerven das mich geistig mit ihm vereint Habe ich vor einigen Tagen gesagt ich habe Nichts weiter mit ihm zu schaffen als von ihm meinen Gehalt zu empfangen Habe ich mir verboten ihn anders anzusehen als meinen Zahlmeister Lästerung wider die Natur Jedes gute wahre kräftige Gefühl das ich in mir verspüre concentrirt sich instinktmäßig auf ihn Ich weiß ich muß meine Emfindungen verbergen muß die Hoffnung unterdrücken muß mich erinnern daß er sich nicht viel um mich kümmern kann Denn wenn ich sage ich bin von seiner Art so meine ich damit nicht daß ich seine Kraft besitze Einfluß auf Andere zu üben noch seinen Zauber Andere an sich zu ziehen ich meine damit nur daß ich gewisse Gefühle einen gewissen Sinn mit ihm gemein habe Unaufhörlich muß ich daher wiederholen daß wir für immer geschieden sind — und doch muß ich so lange ich athmen und denken kann ihn lieben.’ Es wird der Kaffee herumgereicht Seitdem die Herren eingetreten sind die Damen so lebhaft wie Lerchen geworden die Unterhaltung belebt sich wird heiter Oberst Dent und Herr Eshton sprechen über Politik ihre Frauen hören zu Die zwei stolzen Wittwen Lady Lynn und Lady Ingram plaudern mit einander Sir George den ich beiläufig gesagt zu beschreiben vergessen habe ein sehr dicker und frisch aussehender Landedelmann steht mit der Kaffeetasse in der Hand vor ihrem Sofa und läßt bisweilen ein Wort fallen Herr Frederick Lynn hat neben Mary Ingram Platz genommen und zeigt ihr die Kupferstiche in einem Prachtwerke sie steht hin lächelt dann und wann spricht aber augenscheinlich nur wenig Der große und phlegmatische Lord Ingram lehnt sich mit gefalteten Armen auf die Lehne des Stuhls worauf die kleine und lebhafte Amy Eshton Platz genommen sie blickt zu ihm auf und plaudert und plappert wie ein Zaunkönig er gefällt ihr besser als Herr Rochester Henry Lynn hat eine Ottomane zu den Füßen Louisens in Besitz genommen Adele theilt sich in dieselbe mit ihm er versucht mit ihr französisch zu sprechen und Louisa lacht über seine Schnitzer Zu wem wird sich Blanche Ingram halten Dort steht sie allein am Tische sich graziös über ein Album neigend sie scheint zu warten bis man sie aussucht allein sie wartet nicht gern zu lange sie sucht sich selbst einen Genossen Herr Rochester der die Eshtons