Schatten und lieblichsten Farben nach der Beschreibung die Mistreß Fairfax von Blanche Ingram gegeben denke an die rabenschwarzen Ringeln und das orientalische Auge wie Du kehrst zu dem des Herrn Rochester als einem Modell zurück Ordnung Weg mit weinerlichen sentimentalen Gedanken weg mit dem Bedauern und dem Gram Hier soll nur der Verstand und die Entschlossenheit herrschen Erinnere Dich der erhabenen und dabei harmonischen Gesichtszüge der griechischen Büste und des griechischen Halses Laß den runden blendenden Arm sehen und die zarte Hand vergiß weder den Diamantring noch das goldene Armband stelle getreu dar das Gewand das luftige Spitzengewebe den schimmernden Atlas die graziöse Schärpe und die goldene Rose nenne all das ‘’Blanche eine vollendete Dame von hohem Range.’’ Solltest Du in Zukunft Dir etwa einbilden Herr Rochester halte Etwas auf Dich so nimm diese zwei Bilder heraus und vergleiche sie mit einander sage ‘’Herr Rochester könnte wahrscheinlich die Liebe jener edeln Dame gewinnen wenn er sich darum bewerben wollte ist es nun wahrscheinlich daß er einen ernsten Gedanken verschwenden sollte an dieß arme und unbedeutende Mädchen aus dem bürgerlichen Stande ’’ Ich will es thun ’ beschloß ich und mit diesem Entschlusse schlief ich ruhig ein Ich hielt mein Wort Einige Stunden reichten hin um mein eigenes Portrait mit Kreide zu skizziren und in weniger denn vierzehn Tagen hatte ich auf Elfenbein ein Miniaturbild einer eingebildeten Blanche Ingram fertig Ihr Gesicht sah lieblich genug aus und wenn man es mit dem wirklichen mit Kreide gezeichneten Kopfe verglich war der Contrast so groß als die Selbstbeherrschung nur wünschen konnte Diese Beschäftigung verfehlte nicht für mich wohlthätig zu sein ich hatte Kopf und Hände beschäftigt und Kraft und Festigkeit den neuen Eindrücken verliehen die ich mit unauslöschlichen Zügen in mein Herz eingraben wollte Es stand nicht lange an so hatte ich allen Grund mir zu der heilsamen Disciplin Glück zu wünschen der ich so meine Gefühle gezwungen hatte sich zu unterwerfen Ihr verdankte ich es wenn ich im Stande war späteren Ereignissen mit anständiger Ruhe entgegenzutreten die hätten dieselben mich unvorbereilet gefunden ich wahrscheinlich nicht einmal äußerlich zu behaupten vermocht haben würde Siebenzehntes Kapitel Es verging eine Woche und keine Nachricht kam von Herrn Rochester es vergingen zehn Tage und immer ließ er noch Nichts von sich hören Mlstreß Fairfax sagte es würde sie nicht überraschen wenn er von Leas geraden Wegs nach London und von da nach dem Continent ginge und sich zu Thornfield ein Jahr lang nicht wieder blicken ließe er habe es nicht selten auf ebenso unerwartete Weise und ebenso plötzlich verlassen Al ich dieß hörte begann ich eine sonderbare Kälte in meinem Herzen eine sonderbare Muthlosigkeit zu verspüren Ich gestattete mir wirklich ein kränkendes Gefühl getäuschter Hoffnung aber meinen Verstand und meine Grundsätze sammelnd und zu Hülfe rufend rief ich alsbald meine Empfindungen wieder zur Ordnung zurück und es war wunderbar wie es mir gelang den augenblicklichen Fehler zu überwinden und wie ich mir den Irrthum klar machte der in der Vermuthung bestand Herrn Rochesters Treiben sei ein