meiner Vertrauten bei alledem wähle mehr als sonderbar daß Sie mich ruhig anhören gleich als wäre es das gewöhnlichste Ding von der Welt daß ein Mann wie ich einem unerfahrenen Mädchen wie Sie Geschichten von seinen Geliebten von Operntänzerinnen erzählt Aber die letzte Sonderbarkeit erklärt die erste wie ich Ihnen schon einmal angedeutet habe Sie mit Ihrem ernsten besonnenen vorsichtigen Wesen sind dazu geschaffen fremde Geheimnisse anzuhören Zudem weiß ich welchen Geist ich mit dem meinigen in Verbindung gesetzt habe ich weiß daß derselbe sich nicht austecken lassen wird es ist ein eigenthümlicher Geist ein Geist einzig in seiner Art Glückticher Weise beabsichtige ich nicht demselben ein Leid zuzufügen da wollte ich es aber auch thun so würde ich ihm doch kein Leid zufügen können Je mehr wir mit einander sprechen um so besser ist es denn während ich an Ihnen Nichts verderben kann können Sie mir wieder eimge Frische verleihen Nach dieser Abschweifung fuhr er fort Ich blieb auf dem Balkon Sie werden ohne Zweifel in ihr Boudoir gehen dachte ich Ich wollte ihnen einen Hinterhalt legen Und nun streckte ich meine Hand durch das offene Fenster hinein und 1egten Vorhang vor dasselbe so daß ich nur eine Oeffnung ließ durch die hindurch ich meine Beobachtungen anstellen konnte sodann machte ich das Fenster zu in der Art daß ich noch durch eine kleine Spalte hinurch die geflüsterten Gelübde der Liebenden hören konnte worauf ich mich zu meinem Stuhle zurückschlich und eben nahm ich ihn wieder ein als das Paar hereintrat Rasch näherte ich mein Auge der kleinen Oeffnung Celinens Kammermädchen kam herein zündete eine Lampe an stellte sie auf den Tisch und entfernte sich So konnte ich nun das liebende Paar deutlich sehen beide warfen ihre Mäntel ab und da stand die Varens in Seide und Juwelen die ich ihr natürlich geschenkt schimmernd und da stand ihr Begleiter in Offiziersuniform Ich erkannte ihn für einen jungen Rou von Vicomte einen gehirnlosen lasterhaften Burschen den ich bisweilen in Gesellschaft getroffen und nicht einmal meines Hafes für würdig erachtet hatte da ich ihn so unbedingt verachtete Sobald ich ihn erkannte ward auch der Zahn der Schlange Eifersucht zerbrochen weil in dem nämlichen Augenblicke meine Lebe zu Celinen ganz und gar erlosch Ein Weib das mich wegen eines solchen Nebenbuhlers verrathen konnte war nicht werth daß ich um sie stritt sie verdiente blos Verachtung weniger indessen als ich der ich mich von ihr hatte hinter 's Licht führen lassen Sie begann zu reden ihr Gespräch gab mir bald meine ganze Ruhe wieder frivol gemein herzlich und sinnlos mußte es einen Horcher eher ermüden als denselben in Wuth bringen Es lag eine Karte von mir auf dem Tische als man dieselbe bemerkte kam mein Name auf 's Tapet Weder sie noch er besaß Feast oder Witz genug um mich tüchtig durchzuhecheln allein sie schmähten auf mich so roh wie sie es nur in ihrer Art vermochten ganz besonders Celine die sogar fast witzig wurde als das Kapitel auf meine persönlichen Mängel sie nannte