fünf Minuten und die Wolken der Bewußtlosigkeit begannen zu schwinden jetzt wußte sie sehr wohl daß sie in ihrem eigenen Bette lag und daß die rote Glut nichts anderes war als das Feuer im Kamin der Kinderstube Es war Nacht eine Kerze brannte auf dem Tische Bessie stand am Fußende ihres Bettes und hielt eine Waschschüssel in der Hand ein Herr saß auf einem Lehnstuhle neben ihr und beugte sich über sie Jane empfand ein wohltuendes Gefühl des Beschütztseins als sie sah daß sich ein Fremder im Zimmer befand ein Mensch der nicht zum Haushalt von Gateshead nicht zu den Verwandten von Mrs Reed gehörte Sich von Bessie abwendend prüfte sie die Gesichtszüge des Herrn sie kannte ihn es war Mr Lloyd ein Apotheker den Mrs Reed zuweilen rufen ließ wenn ihre Dienstboten krank waren Für sich selbst und ihre Kinder nahm sie immer nur die Hilfe des Arztes in Anspruch Nun wer bin ich fragte er Jane sprach seinen Namen aus und streckte ihm zu gleicher Zeit die Hand entgegen er nahm sie lächelte und sagte Ah wir werden uns jetzt langsam erholen Dann legte er sie nieder wandte sich zu Bessie empfahl ihr sehr vorsichtig zu sein undJane während der Nacht nicht zu stören Nachdem er noch weitere Weisungen erteilt und gesagt hatte daß er am folgenden Tage wiederkommen würde ging er fort zu Janes größter Betrübnis denn als die Tür sich hinter ihm schloß verzagte ihr Herz von neuem Glauben Sie daß Sie schlafen können Miß fragte Bessie sie ungewöhnlich sanft Ich will es versuchen sagte Jane leise Möchten Sie nicht irgend etwas essen oder trinken Nein ich danke Bessie Nun dann werde ich auch schlafen gehen denn es ist schon nach Mitternacht aber Sie können mich rufen wenn Sie während der Nacht irgend etwas brauchen Durch Bessies Sanftmut beruhigt wagte das Kind jetzt eine Frage zu stellen Bessie was ist denn mit mir geschehen Bin ich sehr krank Ich vermute daß Sie vor Schreien im roten Zimmer krank geworden sind aber Sie werden ohne Zweifel bald wieder ganz gesund sein Bessie ging in das anstoßende Zimmer der Hausmädchen Jane hörte wie sie dort sagte Sarah komm und schlaf bei mir in der Kinderstube und wenn es mein Leben gälte so könnte ich diese Nacht nicht mit dem armen Kinde allein bleiben es könnte sterben Wie sonderbar daß Miß Jane einen solchen Anfall haben mußte Ich möchte doch wissen ob sie irgend etwas gesehen hat Mrs Reed war dieses Mal aber auch zu hart gegen sie Sarah kam mit ihr zurück beide gingen zu Bett sie flüsterten wenigstens noch eine halbe Stunde miteinander und Jane hörte noch einige Bruchstücke ihrer Unterhaltung deren Hauptgegenstand sie selbst war Etwas ist an ihr vorübergeschwebt ganz in Weiß gekleidet dann ist es verschwunden Ein großer schwarzer Hund hinter ihm Dreimal hatte es laut an der Zimmertür geklopft Ein Licht auf dem Friedhofe gerade über seinem Grabe usw usw Endlich schliefen beide ein Feuer und Licht erloschen In schaurigem Wachen ging die