war in eine entfernte Grafschaft für Jane war sie folglich verloren Seit dem Tage wo sie die Anstalt verließ war Jane nicht mehr dieselbe mit ihr war jedes Gefühl der Festigkeit jede Gemeinschaft die Lowood bis zu einem gewissen Grade zu ihrer Heimat gemacht hatte dahin Jane hatte einiges von ihrer Natur viele ihrer Gewohnheiten angenommen harmonischere Gedanken besser geregelte Empfindungen waren die Bewohner ihrer Seele geworden Sie hatte sich der Pflicht und der Ordnung unterworfen war ruhig geworden sie glaubte daß sie zufrieden sei Aber als Miß Temple nach der Trauung im Reisekleide in die Postchaise stieg als der Wagen den Hügel hinauf fuhr und hinter diesem Hügel verschwand da ging Jane auf ihr Zimmer und verbrachte dort auch in Einsamkeit den größten Teil des halben Ferialtages welchen man den Waisen der feierlichen Gelegenheit zu Ehren gewährt hatte Viele Stunden lang ging sie im Zimmer auf und ab Am Abend aber wurde sie inne daß mit Miß Temple auch ihre ganze Zufriedenheit geschwunden sei Sie fühlte wie die alten wilden Gefühle wieder in ihr erwachten Während vieler Jahre war Lowood ihre ganze Welt gewesen ihre Erfahrung kannte nichts anderes als seine Vorschriften seine Zucht Jetzt aber fiel ihr ein daß die Welt groß sei und daß ein weites wechselvolles Feld von Furcht und Hoffnung jene erwarte welche genug Mut besäßen auf diese Walstatt hinauszugehen um wirkliche Lebenserfahrung und Kenntnis inmitten ihrer Gefahren zu suchen Jane ging an das Fenster öffnete es und blickte hinaus Da lagen die beiden Flügel des Gebäudes da war der Garten dort die Grenze von Lowood weit hinten der hügelige Horizont Ihr Auge schweifte über alle anderen Gegenstände fort um an den entferntesten haften zu bleiben an den Gipfeln der Berge Diese zu übersteigen sehnte sie sich alles was innerhalb ihrer Grenzen von Felsen und Heide lag schien ihr Gefängnisboden Sie verfolgte die weiße Landstraße welche sich an dem Fuß eines Berges dahin zog und in einer Schlucht zwischen zwei Höhen verschwand mit den Augen Ach wie gern wäre sie ihr noch weiter gefolgt Sie erinnerte sich der Zeit da sie in einer Postkutsche auf dieser selben Straße des Weges gekommen sie erinnerte sich wie sie in der Dämmerung jenen Hügel heruntergefahren ein Menschenalter schien vergangen seit jenem Tage der sie zuerst nach Lowood geführt und nicht eine Stunde hatte sie es seitdem verlassen Alle ihre Ferien waren in der Schule dahin gegangen Mrs Reed hatte sie niemals wieder nach Gateshead kommen lassen und ebensowenig hatte sie oder irgendein Mitglied ihrer Familie Jane besucht Weder durch Briefe noch durch mündliche Botschaft hatte Jane Verkehr mit der Außenwelt aufrecht erhalten Schulregeln Schulpflichten Schulgebräuche Schulgedanken das war alles was sie vom Dasein kannte Und jetzt empfand sie daß dies nicht genug sei In einem einzigen Nachmittage wurde sie des ewigen Einerlei von acht Jahren müde Sie ersehnte die Freiheit sie lechzte nach Freiheit um die Freiheit betete sie der Wind der sich leise erhob schien das Gebet davonzutragen Dann gab sie die Freiheit auf und sprach einen