und Entbehrungen glaube ich armes verhungertes bleiches Menschenkind Sie ist keine ungebildete Person vermute ich nach ihrer Sprache zu urteilen Ihr Akzent war sehr rein und die Kleider welche sie abgelegt hat waren wenn auch naß und schmutzig so doch fein und wenig abgenützt In all ihren Gesprächen hörte Jane niemals auch nur eine einzige Silbe des Bedauerns über die Gastfreundschaft welche sie ihr gewährt hatten oder ein Wort des Mißtrauens gegen sie Sie war also beruhigt Mr St John kam nur einmal er sah sie an und sagte daß ihr Zustand das Resultat übermäßiger und anhaltender Ermüdung sei Er erklärte es für unnötig einen Doktor holen zu lassen es sei seiner Überzeugung nach am besten wenn man der Natur ihren freien Lauf ließe Es sei durchaus keine Krankheit Er glaube daß Janes Genesung wenn sie einmal begonnen eine sehr schnelle sein werde Diese Ansichten sprach er in wenigen Worten aus mit einer leisen ruhigen Stimme Und nach einer Pause fügte er in dem Tone eines Mannes der wenig an erläuternde Bemerkungen gewöhnt ist hinzu ein ziemlich ungewöhnliches Gesicht ganz entschieden aber trägt sie nicht das Gepräge der Verderbtheit Weit entfernt davon entgegnete Diana Ehrlich gesprochen St John mein Herz zieht mich zu der armen kleinen Seele Ich wollte daß wir ihr für die Dauer nützlich sein könnten Das ist kaum anzunehmen lautete seine Antwort Ihr werdet finden daß sie ein junges Mädchen ist welches einen Streit mit seinen Angehörigen gehabt und diese dann unvernünftigerweise verlassen hat Vielleicht gelingt es uns sie jenen wieder zuzuführen wenn sie nicht allzu eigensinnig ist aber ich sehe Linien in ihrem Gesicht die auf Widerstandskraft schließen lassen und mich zweifelhaft in bezug auf ihre Lenksamkeit machen Er stand und betrachtete Jane während einiger Minuten dann fügte er hinzu Sie sieht klug aus aber sie ist durchaus nicht hübsch Am dritten Tage fühlte Jane sich besser am vierten konnte sie sprechen sich bewegen im Bette aufsitzen und sich umdrehen Es war um die Mittagsstunde als Hannah ihr ein wenig Grütze und einige geröstete Brotschnittchen brachte Sie hatte mit Appetit gegessen die Nahrung war gut Als Hannah sie verließ fühlte sie sich neu belebt und verhältnismäßig stark und bald darauf wurde sie der Ruhe müde Sie wollte aufstehen aber welche Kleider sollte sie anlegen Nur ihre feuchten beschmutzten Gewänder in welchen sie auf dem Erdboden geschlafen hatte und auf dem Moor gefallen war Sie sah sich um Auf einem Stuhl neben ihrem Bette lagen all ihre eigenen Kleidungsstücke jedoch rein und trocken Ihr schwarzseidener Rock hing an der Wand Die Spuren des Schlammes waren davon entfernt die Falten welche durch die Nässe entstanden waren geglättet er sah durchaus anständig aus Sogar ihre Schuhe und Strümpfe waren gereinigt und wieder brauchbar gemacht Alle Gegenstände zum Waschen befanden sich im Zimmer sogar Kamm und Bürste um ihr Haar zu ordnen Nach einem sehr langwierigen Verlauf bei dem sie sich alle fünf Minuten ausruhen mußte war es ihr gelungen sich anzukleiden Ihre Kleider hingen lose auf ihr denn sie