Bogen Papier versehen pflegte sie entfernt von den Schwestern in einem Fenster ihr fliegendes Atelier aufzuschlagen und sich damit zu beschäftigen Phantasiestücke zu zeichnen indem sie jedes Bild zu Papier brachte das sich ihr in ihrer fortwährend wechselnden Einbildungskraft darbot einen Blick auf die See zwischen zwei Felsen hindurch der aufgehende Mond und ein Schiff das an der rotglühenden Scheibe vorübersegelt eine Gruppe von Schlingpflanzen und Wasserlilien aus welcher der Kopf einer mit Lotusblumen gekrönten Najade emportaucht eine Elfe die unter einem Kranz von wilden Rosen aus dem Nest eines Zaunkönigs herauslugt Eines Morgens malte sie einen Kopf Ist es das Porträt eines Menschen den Sie kennen fragte Eliza welche unbemerkt an sie herangetreten war Jane entgegnete daß es nur ein Phantasiekopf sei Auch Georgina kam sie besahen auch die anderen Zeichnungen und sie gefielen ihnen ganz außerordentlich beide schienen von Janes Geschicklichkeit sehr überrascht Jane erbot sich ihre Porträts zu skizzieren und jede saß dann zu einer Bleistiftsilhouette Schließlich brachte Georgina ihr Album Jane versprach ihr eine Wasserfarbenskizze für dasselbe und jetzt war sie augenblicklich in der besten Laune Sie schlug Jane einen Spaziergang im Park vor Und als sie kaum zwei Stunden draußen gewesen waren sie mitten in einer vertraulichen Unterhaltung die sich hauptsächlich um die Beschreibung des glänzenden Winters den sie vor zwei Jahren in London zugebracht hatte drehte Täglich machte sie jetzt mit Jane Spaziergänge aber es war seltsam daß sie hierbei niemals mit einer Silbe der schweren Krankheit ihrer Mutter des fürchterlichen Todes ihres Bruders und des augenblicklichen traurigen Zustands der Familienangelegenheiten gedachte Ihr Gemüt schien sich nur mit der Erinnerung an entschwundenes Glück und der Hoffnung auf künftige Zerstreuungen zu beschäftigen Jeden Tag brachte sie ungefähr fünf Minuten in dem Krankenzimmer ihrer Mutter zu das war alles Eliza sprach noch immer sehr wenig augenscheinlich hatte sie keine Zeit für die Unterhaltung Sie schien immer beschäftigt Und doch wäre es schwer gewesen zu sagen was sie eigentlich tat oder vielmehr irgendein Resultat ihrer Geschäftigkeit zu entdecken Sie hatte eine Weckuhr die sie täglich früh wecken mußte Schon vor dem Frühstück beschäftigte sie sich fleißig nach demselben hatte sie ihre Zeit in regelmäßige Teile geteilt und jede Stunde hatte die ihr zugeschriebene Arbeit Dreimal am Tage studierte sie ein kleines Buch welches sich nach einer genaueren Besichtigung Janes als das allgemeine Gebetbuch erwies Jane fragte sie einmal worin die große Anziehungskraft dieses Buches für sie liege und sie entgegnete ihr In der Gebetordnung Drei Stunden widmete sie der Beschäftigung mit Goldfäden den Rand eines viereckigen Tuchstücks zu besticken welches für einen Teppich beinahe groß genug gewesen wäre Auf Janes Frage in bezug auf die Verwendung dieses Gegenstandes sagte sie ihr daß es eine Altardecke für eine Kirche sei welche vor kurzem in der Nähe von Gateshead erbaut worden war Zwei Stunden widmete sie ihrem Tagebuche zwei weitere arbeitete sie allein im Küchengarten eine brauchte sie für die Regelung ihrer Rechnungen und Bücher Sie schien keiner Gesellschaft keines Verkehrs keiner Unterhaltung zu bedürfen Sie schien auf ihre