nur Männer konnten diese Beschäftigung treiben Womit gewannen aber die Frauen ihren Lebensunterhalt Einige machten dies Andere jenes Man sucht sich etwas zu verdienen wie man kann setzte die Frau hinzu Im Grunde waren ihr meine Fragen lästig Und wie konnte es auch anders sein Welches Recht hatte ich ihre Zeit in Anspruch zu nehmen Inzwischen fand sich eine Nachbarin und dann ein Nachbar ein ich sah daß mein Stuhl gebraucht wurde und entfernte mich daher Ich ging die Straße entlang betrachtete von beiden Seiten jedes Haus und jede Thür ohne einen Vorwand zu entdecken welcher mir erlaubt hätte einzutreten So streifte ich eine Stunde lang innerhalb und außerhalb des Dorfes umher bis ich mich von Abspannung und Müdigkeit erschöpft gezwungen sah mich einige Augenblicke am Rande eines Grabens niederzusetzen Ich mußte indessen meines Nachforschungen fortsetzen Ich erblickte ein von den übrigen abgesondert stehendes Haus daß sauberer war und einen schönen Garten hatte der in seinem vollen Blumenschmucke glänzte Die Tür war schneeweiß und der messingene Hammer blitzte in der Sonne Dieses wohlhabende Aeußere zog mich an und ich klopfte an die Thür ohne noch zu wissen wie ich die Theilnahme der Bewohner dieses freundlichen Landhauses erwecken könnte Eine anständig gekleidete junge Frau öffnete mir Mit schwacher und zitternder Stimme wie man sie nur von einem hoffnungslosen Herzen und einem ermatteten Körper vernehmen kann fragte ich sie ob hier vielleicht ein Dienstmädchen gebraucht würde Nein antwortete sie mir wir haben gar keine Dienstleute Können Sie mir vielleicht sagen fuhr ich fort auf welche Art ich hier irgend eine Arbeit oder eine Stelle finden könnte Ich bin fremd und kenne Niemanden Ich wünsche nur Beschäftigung gleichviel welche Was konnte ich auf ein solches Begehren erwarten das an und für sich schon sonderbar war und das meinem Benehmen einen verdächtigen Anstrich gab Die junge Frau erklärte mir denn auch sehr höflich aber ohne die geringste Theilnahme daß sie mir keine Auskunft darüber geben könne Und die weiße Thür wurde wieder verschlossen denn wir hatten uns nichts mehr zu sagen Ich empfand einen Widerwillen dagegen in das Dorf zurückzukehren um so mehr als ich in geringer Entfernung ein kleines Gehölz erblickte dessen kühler Schatten mich anlockte aber ich fühlte mich so krank so matt und so hungrig daß mich der Instinkt der Selbsterhaltung unwillkürlich in der Nähe menschlicher Wohnungen festhielt Ich ging daher wieder nach dem Dorfe zu um mich abermals zu entfernen indem ich bald einem Gefühle von Stolz bald der gebieterischen Nothwendigkeit gehorchte die mich mit ihren unbarmherzigen Klauen zerriß Neben der Kirche nach der ich mechanisch meine Schritte richtete stand ein bescheidenes Häuschen in welchem aller Wahrscheinlichkeit nach der Pfarrer wohnte Ich kam sogleich auf die Idee daß Unglückliche wie ich sich zuerst an ihn den Diener der Milde und der Barmherzigkeit wenden müßten und daß sie ein gewisses Recht auf seinen Beistand hätten Ich faßte daher wieder einigen Muth und indem ich alle meine moralische Kraft zusammennahm klopfte ich leise nicht an die Hauptthür sondern an die der Küche