welches den seit dem Tode seines Vaters und seines älteren Bruders reich gewordenen jungen Mann überallhin verfolgte war es wohl nicht zu verwundern daß es ihm schwer wurde seinen Pflichten immer treu zu bleiben Darum entstanden eine Menge von Verirrungen welche er selbst schmerzlich beklagte ein vergebliches Suchen nicht nach rohen Genüssen sondern nach einer Liebe welche der seinigen würdig war es war ein unermüdliches und immer getäuschtes Hoffen und Trachten es waren Schätze von Liebe welche umsonst in einen steinigen und unfruchtbaren Boden gesäet wurden ein auf Augenblicke beschwichtigter aber nicht gestillter Durst trügerische Spiegelbilder auf welche schmerzliche Enttäuschungen folgten Wer kennt nicht diese traurigen Alternativen Die schändliche Treulosigkeit der Coline Varens und die Geburt Adeles bildeten die ergreifendste Episode dieses traurigen Zeitraumes dessen Erinnerungen ihm widerwärtig waren wie er mir mit aufrichtigem Schmerze sagte Ich konnte mir dieses Gefühl des Abscheus gegen vergangene Fehltritte und der Verachtung gegen die uns glücklichen Frauen welche mit Schuld an denselben trugen leicht erklären Ich zog daraus die für mich heilsame Lehre daß wenn ich nicht unter was für einem Vorwande hätte vergessen können eine Zeit gekommen sein würde wo mich Rochester auf gleiche Stufe mit jenen verachteten Opfern seiner Verführung gestellt haben würde und mich mit der nämlichen Strenge mit dem nämlichen geringschätzenden Grolle beurtheilt haben würde Sie können wohl denken daß ich mich hütete diesen Gedanken laut auszusprechen aber ich bewahrte ihn sorgfältig in meinem Herzen als die beste Ermuthigung um diesen Kampf zu bestehen aus dem ich siegreich hervorzugehen hoffe Als er sich abwechselnd auf alle meine Gefühle von Mitleid Liebe und Selbstverleugnung berufen als er alle Erinnerungen erweckt hatte die mein schwaches Herz rühren konnten als er von Neuem meine Augen sich mit Thränen füllen sah und in meinem Gesichte eine ihm günstige Unschlüssigkeit zu lesen glaubte dann erst wagte er es das förmliche Versprechen ihn nie zu verlassen von mich zu verlangen Da ich aber noch immer schwieg rief er aus Jane Du antwortest mir nicht Ich muß gestehen es war eine harte Prüfung ein fürchterlicher Augenblick inneren Kampfes und fieberhafter Aufregung Ich wurde auf eine Weise geliebt wie ein menschliches Wesen es nur wünschen konnte ich selbst liebte den Mann der mich so lebte und auf diese Liebe auf mein Idol mußte ich für immer verzichten Meine Pflicht concentrirte sich in dem einen aber entsetzlichen Worte Trennung Jane wiederholte er ich will Dir die Antwort sagen die ich von Dir erwarte sie lautet Herr Rochester ich bin die Ihrige.” “Herr Rochester ” erwiderte ich “ich werde nie die Ihrige ” Es erfolgte eine lange Pause Jane ” hob er noch einmal an und seine Stimme war so sanft daß sie mir das Herz brach und mich zugleich mit Angst erfüllte denn diese ruhige Stimme kam mir vor wie der Seufzer eines Löwen der sich ungern wieder erhebt um zu kämpfen Jane es kann Dein Wille nicht sein daß wir Beide in dieser Welt zwei entgegengesetzte Wege einschlagen Allerdings will ich dies.” Jane ” versetzte er indem