Eides Nun wohl ich schwöre es Ihnen ’ ‘So schwöre auch ich Ihnen daß ich Ihre Gattin sein will ’ ‘Dann komm an mein Brust und dies Mal ohne Frucht ’ Dann setzte er mit leiser bebender Stimme hinzu seine Wange an die meinige gelegt und den Mund an meinem Ohre ‘Wie glücklich werde ich durch Dich sein und ich will mein ganzes Leben nur Deinem Glücke weihen Gott verzeihe mir ’ fuhr er nach einer kurzen Pause fort ‘Niemand soll sie mir wieder entreißen jetzt ist sie mein und bleibt mein ’ In dem entschlossenen Tone mit welchem er diese letzten Worte sprach lag ein Ausdruck vor dem ich erschrak XIII Die Dunkelheit um uns her war inzwischen viel dichter geworden Der Mond konnte so früh noch nicht untergangen sein und doch erkannte ich Rochesters Züge kaum Der große Baum unter dem wir saßen ächzte unter dem Drucke des Windes der das harte Laub des Lorbeerbäume bewegte “Wir müssen in’s Haus gehen ” sagte Rochester “denn das Wetter hat sich geändert Wie gern wäre ich bis zum Morgen bei Dir geblieben meine Jane ” “Und ich nicht minder ” dachte ich Vielleicht würde ich es laut gesagt haben aber ein greller Blitzstrahl zuckte aus den Wolken auf die meine Augen gerichtet waren Geblendet und erschrocken legte ich meinen Kopf an Rochesters Schulter Es began in Strömen zu regnen Er zog mich die Allee entlang bis an das Haus aber noch ehe wir es erreichen konnten waren wir Beide ganz durchnäßt Während er mir auf der Hausflur meinen triefenden Shawl von den Schultern nahm und sanft meine Haarflechten drückte trat Mistreß Fairfax aus ihrem Zimmer Wir bemerkten sie anfangs gar nicht obgleich sie ihre brennende Lampe in der Hand trug Es schlug eben zwölf Uhr “Lege rasch Deine nassen Kleider ab ” sagte Rochester zu mir “und ehe Du gehst noch ein Mal gute Nacht mein Engel ” Er umarmte mich mehre Male während er diese Worte wiederholte Als ich mich seinen Armen sanft entwand und aufblickte sah ich die gute Mistreß Fairfax ernst und von Staunen ergriffen vor mir Ein lächelnder Blick den ich ihr während ich mich entfernte zuwarf war die einzige Erklärung die ich ihr in diesem Augenblicke zu geben vermochte Als ich aber in mein Zimmer kam befiel mich eine gewisse Angst indem ich bedachte daß die würdige Dame wenn auch nur einige Stunden lang die kleine Scene deren Zeuge sie durch einen Zufall geworden war vielleicht übel deuten könnte Aber bald verdrängte die Freude von der ich wie berauscht war jedes andere Gefühl aus meinem Innern Der entfesselte Sturm tobte vergebens die ganze Nacht hindurch vergebens grollte der Donner am Himmel vergebens schlugen die Blitze mit ihren feurigen Flügeln Ich empfand keine Furcht kaum eine unbestimmte Regung von Ehrerbietung vor der Macht der Elemente Drei Mal im Laufe der Nacht kam Rochester an meine Thür um mich zu fragen ob ich mich nicht unwohl fühlte oder ängstigte Dies war ganz geeignet mir Muth gegen alle