meine Hand wiederergriffen wollte zog ich sie mit einer unüberwindlichen Regung von Widerwillen zurück Denn jetzt war die Reihe an mir zu befehlen jetzt trotzte die gewaltige und fast übernatürliche Thätigkeit meiner Geisteskräfte jedem fremden Einflusse Ich wollte allein sein und ich war es eine hinreichende Energie gebietet stets und überall unbedingten Gehorsam Ich ging hinauf in mein Zimmer sank auf die Kniee nieder und betete doch nicht so wie Saint-John vielleicht gebetet hätte sondern nach meiner Art und sie genügte mir um mich meinem Schöpfer zu nähern Als ich mich tief erschüttert und von Dank erfüllt daß es Licht in meinem Innern geworden war wieder erhob stand mein Entschluß unwiderruflich fest und meine Ruhe war zurückgekehrt Ich erwartete nur die geeignete Zeit um an 's Werk zu gehen das heißt die Morgenröthe des folgenden Tages Sobald ich erwachte traf ich in der That alle Anstalten zu einer mehrtägigen Reise Saint-John entfernte sich an dem nämlichen Morgen Ich hörte ihn aus seinem Zimmer und an meiner Thür vorübergehen er blieb sogar einen Augenblick vor derselben stehen und ich fürchtete schon er werde anklopfen Aber nein er schob nur ein zusammengefaltetes Stück Papier unter der Thür herein Ich hob es auf es enthielt die nachstehenden Worte Sie haben mich gestern Abend zu früh verlassen Noch einen Augenblick und Ihre Hand erfaßte zu gleicher Zeit das Kreuz des Erlösers und sie Krone der Engel Ich reise ab bei meiner Zurückkunft werden Sie sich entschieden haben Bis dahin warten Sie und beten Sie ich werde zu jeder Stunde des Tages für Sie beten Saint-John.” Es war am ersten Juni aber die Sonne hatte sich hinter dicken Wolken erhoben und der Regen schlug an mein Fenster Ich hörte die Hausthür öffnen ich sah Saint-John durch den Garten gehen und in der Richtung nach Whitcroß zu im Nebel der Sümpfe verschwinden Binnen wenigen Stunden dachte ich wird mein Fuß der Spur des Deinigen folgen Auch ich muß Jemanden besuchen auch ich muß von Jemandem Abschied nehmen wenn ich England auf immer verlasse Wenn es irgend möglich ist werde ich erfahren woher die Stimme von gestern Abend kam und da meine Briefe mir nichts genützt haben so will ich sehen was ich selbst erreiche Zwei Stunden später beim Frühstück sagte ich meinen Cousinen daß ich Marsh-End auf kurze Seit verlassen wolle um einen Freund zu besuchen dessen Schicksal mich seit einigen Tagen beunruhige Sie hätten mir bemerken können daß ich nie in unsren vertraulichsten Gesprächen dieses Freundes erwähnt hatte dessen Existenz ich ihnen plötzlich entdeckte Aber ein zartes Schicklichkeitsgefühl hielt sie ab das geringste Befremden gegen mich zu äußern Sie fügten sich stillschweigend allen meinen Wünschen und ließen mir die nämliche Freiheit die ich ihnen in ähnlichen Fällen zugestanden haben würde Um drei Uhr Nachmittags verließ ich Marsh-End Um vier Uhr gelangte ich an den Kreuzweg bei Whitcroß um hier die vorüberfahrende Diligence zu erwarten Als sie ankam erkannte ich den nämlichen Wagen aus dem ich a einem schönen Sommerabende an der nämlichen Stelle gestiegen war