Rivers O bis zu diesem Augenblick glaubte ich daß meine kleine Jane nur mir allein gehöre Selbst nachdem sie von mir geflohen glaubte ich noch daß sie mich liebe – das war das einzige Atom von Süßigkeit in meinem bitteren Leidenskelch Wie lange wir auch getrennt gewesen – wieviel heiße Thränen ich auch über unsere Trennung geweint – niemals glaubte ich doch daß sie einen anderen liebe während ich sie so innig betrauerte Aber was nützt mein Jammer Jane verlaß mich Geh hin und vermähle dich mit Rivers.« »Dann stoßen Sie mich fort Sir – stoßen Sie mich fort Aus eigenem Antriebe verlasse ich Sie nicht.« »O Jane wie liebe ich den Laut deiner Stimme noch Er erweckt immer wieder Hoffnung in mir er klingt so ehrlich und treu Wenn ich ihn höre trägt er mich ein ganzes Jahr in die Vergangenheit zurück Ich vergesse daß du neue Bande geknüpft hast – Aber ich bin kein Thor – geh –« »Wohin soll ich gehen Sir « »Geh deinen eigenen Weg mit dem Gatten den du dir erwählt hast.« »Und wer ist das « »Du weißt es – St John Rivers.« »Er ist mein Gatte nicht und wird es niemals werden Er liebt mich nicht – ich liebe ihn nicht Er liebt so wie er lieben kann und das ist nicht wie Sie lieben können ein schönes junges Mädchen Rosamond Olliver Mich wollte er nur heiraten weil er glaubte daß ich mich sehr zur Gattin eines Missionärs eignen würde – und das erwartete er von ihr nicht Er ist gut und groß aber strenge und mir gegenüber kalt wie ein Eisberg Er ist nicht wie Sie Sir ich bin nicht glücklich an seiner Seite noch in seiner Nähe noch in seiner Gesellschaft Er hat keine Nachsicht mit mir – keine Zärtlichkeit für mich Er sieht nichts Anziehendes in mir nicht einmal meine Jugend – nur einige nützliche geistige Eigenschaften – Und nun soll ich Sie verlassen Sir um zu ihm zu gehen « Unwillkürlich überlief mich ein Schauer und ich klammerte mich instinktiv fester an meinen geliebten blinden Gebieter Er lächelte milde »Was Jane Ist dies wahr Stehen die Dinge wirklich so zwischen dir und St John Rivers « »Ganz so Sir O Sie haben keine Ursache eifersüchtig zu sein Ich wollte Sie nur ein wenig wecken um Sie Ihrer Traurigkeit zu entreißen Ich glaubte Ärger sei besser für Sie als Kummer Wenn Sie aber wollen daß ich Sie liebe Ach könnten Sie nur sehen wieviel grenzenlose Liebe zu Ihnen auf dem Grunde meines Herzens ruht so würden Sie stolz und zufrieden zugleich sein Mein ganzes Herz meine ganze Seele gehören Ihnen Sir Und bei Ihnen würden sie bleiben wenn das Schicksal so grausam wäre mein übriges Ich für immer aus Ihrer Nähe zu verbannen « Er küßte mich Aber wiederum zogen trübe Wolken über seine Stirn »Mein verlorenes Augenlicht Meine gelähmte Kraft « murmelte er traurig vor sich hin Ich liebkoste ihn um ihn zu beruhigen Ich wußte an was